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Alpenländische Dachsbracke

Alpenländische Dachsbracke

Alpenländische Dachsbracke – Steckbrief

Die Alpenländische Dachsbracke ist ein kleiner, robuster Jagdhund aus dem Alpenraum, der für die Baujagd und die Nachsuche auf krankes Wild im Gebirge eingesetzt wird. Sie ist die einzige Brackenrasse, die in der FCI-Gruppe 4 (Dachshunde) eingestuft ist.

Herkunft und Geschichte

Die Rasse wurde im 19. Jahrhundert in Österreich und Bayern durch Kreuzung von Bracken mit Dachshunden entwickelt, um einen Jagdhund mit niedrigem Körperbau für enge Erdbauten zu erhalten. Die Alpenländische Dachsbracke wurde 1975 in der FCI als eigenständige Rasse anerkannt und ist eng mit der Geschichte der österreichischen Kaiserjagd verbunden.

Aussehen und Größe

Klein und gedrungen mit einer Schulterhöhe von 34 bis 42 cm und einem Gewicht von 15 bis 18 kg. Das Fell ist kurz, dicht und hart. Die typische Farbe ist ein tiefes Dunkelbraun bis Rotbraun. Der Körper ist gestreckt und niedrig – ideal für Erdbauten. Die Ohren sind mittelgroß und hängend.

Charakter und Wesen

Die Alpenländische Dachsbracke ist mutig, ausdauernd und sehr zielstrebig. Obwohl sie klein ist, fürchtet sie sich nicht vor großem Wild. Im Haus ist sie freundlich und anhänglich, gegenüber Fremden anfangs zurückhaltend. Ihr Brackengeläut ist für ihre Größe erstaunlich kräftig.

Haltung und Auslastung

Braucht trotz ihrer Größe viel Bewegung und Beschäftigung. Nasenarbeit und Fährtenarbeit sind ihre bevorzugten Aktivitäten. Ein Garten oder ländliches Umfeld ist ideal.

Erziehung

Eigensinnig aber lernwillig. Konsequente, liebevolle Führung nötig. Sie hat einen starken Willen und braucht einen erfahrenen Halter.

Gesundheit und Pflege

Robust, Lebenserwartung 12–15 Jahre. Wie alle gestreckten Rassen anfällig für Bandscheibenprobleme – auf normales Körpergewicht achten. Ohren regelmäßig reinigen.

Für wen eignet sich diese Rasse?

Ideal für Jäger und aktive Naturliebhaber. Kann auch als Familienhund gehalten werden, wenn ausreichend Bewegung gegeben ist.

Jagdeigenschaften der Alpenländischen Dachsbracke

Die Alpenländische Dachsbracke wird sowohl für die Baujagd (Dachs, Fuchs) als auch für die Gebirgsjagd eingesetzt. Ihr niedriger Körperbau ermöglicht es ihr, in enge Erdbauten einzudringen. Gleichzeitig ist sie robust genug für das alpine Gelände. Diese seltene Kombination macht sie zu einem einzigartigen Spezialisten unter den Jagdhunden.

Besonderheiten der Rasse

Die Alpenländische Dachsbracke ist die einzige Brackenrasse, die in der FCI-Gruppe 4 (Dachshunde) eingestuft ist – alle anderen Bracken befinden sich in Gruppe 6. Diese Einordnung ist historisch bedingt und spiegelt ihren gestreckt-niedrigen Körperbau wider. Trotz dieser Klassifizierung ist sie jagdlich eindeutig eine Bracke.

Erziehung und Charakter

Mutig, eigensinnig und selbstständig – die Alpenländische Dachsbracke hat einen starken Willen. Konsequente, liebevolle Erziehung von klein auf ist entscheidend. Positive Verstärkung wirkt besser als Druck. Frühe Sozialisation ist wichtig für einen ausgeglichenen Charakter.

Züchter und Kosten

In Österreich und Bayern gibt es Züchter. Welpenpreise liegen bei 700 bis 1.200 Euro. Auf normale Körpermasse achten – wie bei allen gestreckten Rassen ist Übergewicht gefährlich (Bandscheiben).

Fazit

Die Alpenländische Dachsbracke ist eine einzigartige Spezialisten-Rasse für Bergjäger und Liebhaber historischer Jagdhunderassen. Selten und charakterstark – eine Bereicherung für jeden, dem sie begegnet.

Tipps für angehende Halter

Wer sich für diese Rasse interessiert, sollte sich vor dem Kauf gut informieren und am besten einen erfahrenen Züchter oder Rasseclub kontaktieren. Ein persönlicher Besuch beim Züchter gibt wertvolle Einblicke in die Haltungsbedingungen, das Wesen der Elterntiere und den Charakter der Welpen. Seriöse Züchter legen großen Wert auf Gesundheitsscreenings, Sozialisation der Welpen und geben diese erst mit mindestens 8 Wochen ab.

Wichtig ist auch, dass künftige Halter ihre eigene Lebenssituation ehrlich einschätzen: Steht täglich ausreichend Zeit für Bewegung und Beschäftigung zur Verfügung? Gibt es einen Garten oder regelmäßigen Zugang zur Natur? Passen der Bewegungsdrang und der Charakter der Rasse zur eigenen Persönlichkeit und zum Alltag?

Grundausstattung und laufende Kosten

Zur Grundausstattung gehören Hundekorb oder Hundebox, Leinen und Halsband oder Geschirr, Fressnäpfe, Spielzeug und Pflegeutensilien. Diese einmaligen Anschaffungskosten liegen je nach Qualität zwischen 150 und 400 Euro. Dazu kommen laufende monatliche Kosten für Futter (je nach Größe 40–80 Euro), Tierarztvorsorge (Impfungen, Parasitenschutz: ca. 30–50 Euro monatlich als Rücklage), Versicherung (ca. 15–30 Euro) sowie gelegentliche Kosten für Hundesport, Ausrüstung oder Hundetraining.

Ein Notgroschen für unerwartete Tierarztkosten ist ebenfalls empfehlenswert. Als grobe Daumenregel sollten Hundehalter mindestens 1.000 bis 1.500 Euro pro Jahr für laufende Kosten einplanen – bei größeren Rassen oder intensiver Jagdnutzung auch mehr.

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