Chihuahua
Der Chihuahua ist die kleinste Hunderasse der Welt. Seinen Namen verdankt er dem mexikanischen Bundesstaat Chihuahua, wo er im 19. Jahrhundert entdeckt wurde. Seine Vorfahren reichen vermutlich bis zu den Techichi zurück. Das waren kleine, stumme Hunde der Tolteken und Azteken.
Trotz seiner winzigen Größe hat der Chihuahua eine riesige Persönlichkeit. Er ist mutig, selbstbewusst und manchmal herrisch gegenüber deutlich größeren Hunden. Diese Mischung aus Winzigkeit und Temperament macht ihn zu einer der faszinierendsten Hunderassen überhaupt.
Du überlegst, ob ein Chihuahua zu dir passt? In diesem Ratgeber findest du alle wichtigen Informationen. Von seinem Charakter über die richtige Haltung bis hin zu rassetypischen Krankheiten: Hier erfährst du alles, was du wissen musst, bevor du dich für diese Rasse entscheidest.

Steckbrief Chihuahua
| Größe | 15–23 cm |
| Gewicht | 1,5–3 kg |
| Lebenserwartung | 14–18 Jahre |
| FCI-Gruppe | Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde |
| Herkunft | Mexiko |
| Fell | Kurz- oder Langhaar |
| Farben | Alle Farben und Muster |
| Charakter | Lebhaft, mutig, anhänglich |
| Bewegungsdrang | Niedrig |
| Pflegeaufwand | Niedrig bis Mittel |
| Familientauglichkeit | Bedingt (ältere Kinder) |
| Für Anfänger geeignet | Ja |
Wie ist der Charakter des Chihuahuas?
Der Chihuahua ist ein lebhafter und temperamentvoller Hund. Er besitzt ein enormes Selbstbewusstsein, das in keinem Verhältnis zu seiner Größe steht. Er tritt furchtlos auf und lässt sich von anderen Hunden nicht einschüchtern. Diese Eigenschaft kann manchmal auch zum Problem werden.
Er bindet sich stark an seine Bezugsperson. Oft wählt er sich einen Menschen aus, den er besonders innig liebt. Andere Familienmitglieder akzeptiert er, aber sein Herz gehört vor allem einer Person. Diese Anhänglichkeit macht ihn zu einem treuen und loyalen Begleiter.
Der Chihuahua ist wachsam und meldet zuverlässig jeden Besucher. Dabei kann er recht lautstark werden. Ohne konsequente Erziehung neigt er zum übermäßigen Bellen. Das ist einer der häufigsten Kritikpunkte an dieser Rasse.
Trotz seiner Lebhaftigkeit ist der Chihuahua auch ein Kuschelhund. Er liebt es, auf dem Schoß seiner Bezugsperson zu liegen und sich streicheln zu lassen. Unter einer warmen Decke fühlt er sich besonders wohl. Er sucht aktiv die Körperwärme seiner Menschen, da er aufgrund seiner geringen Größe schnell friert.
Was muss ich bei der Haltung eines Chihuahuas beachten?
Der Chihuahua ist der perfekte Wohnungshund. Er braucht wenig Platz und kommt mit kurzen Spaziergängen aus. Zwei bis drei Runden von jeweils 15 bis 20 Minuten reichen ihm aus. Bei schlechtem Wetter ist er allerdings oft wenig begeistert vom Spazierengehen.
Kälte und Nässe verträgt der Chihuahua schlecht. Im Winter solltest du ihm einen Hundepullover oder -mantel anziehen. Seine geringe Körpermasse sorgt dafür, dass er schnell auskühlt. Auch bei Regen braucht er Schutz, da sein dünnes Fell kaum isoliert.
Beim Zusammenleben mit Kindern ist Vorsicht geboten. Der Chihuahua ist zerbrechlich und kann durch unvorsichtiges Anfassen leicht verletzt werden. Für Familien mit kleinen Kindern ist er deshalb nicht geeignet. Ältere Kinder, die gelernt haben, behutsam mit dem Hund umzugehen, sind dagegen kein Problem.
Die Fütterung eines Chihuahuas erfordert besondere Aufmerksamkeit. Aufgrund seines winzigen Magens braucht er mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Drei bis vier Portionen sind ideal. Achte auf hochwertiges Futter in der richtigen Menge. Übergewicht belastet seine kleinen Gelenke und seinen Rücken enorm.

Wie pflege ich einen Chihuahua richtig?
Die Fellpflege des Chihuahuas hängt von der Variante ab. Kurzhaar-Chihuahuas brauchen nur einmal pro Woche gebürstet zu werden. Ein weiches Bürsthandschuh reicht dafür aus. Langhaar-Chihuahuas benötigen zwei- bis dreimal pro Woche eine gründliche Bürstensitzung, um Verfilzungen zu vermeiden.
Die großen Augen des Chihuahuas brauchen regelmäßige Kontrolle. Sie sind anfällig für Reizungen und Verletzungen. Wische Tränenspuren täglich mit einem weichen, feuchten Tuch ab. Bei auffälligem Tränenfluss oder geröteten Augen solltest du den Tierarzt aufsuchen.
Die Zahnpflege ist beim Chihuahua besonders wichtig. Sein kleiner Kiefer bietet wenig Platz für die Zähne. Das führt häufig zu Zahnstein und Zahnfleischentzündungen. Putze die Zähne deines Chihuahuas am besten täglich oder mindestens dreimal pro Woche. Zahnpflegesnacks sind eine gute Ergänzung.
Die Krallen müssen regelmäßig gekürzt werden. Da der Chihuahua wenig läuft, nutzen sie sich kaum auf natürliche Weise ab. Kontrolliere sie alle zwei Wochen und kürze sie bei Bedarf mit einer geeigneten Krallenschere. Wenn du unsicher bist, lasse es beim Tierarzt machen.
Welche rassetypischen Krankheiten hat der Chihuahua?
Der Chihuahua hat trotz seiner langen Lebenserwartung einige rassetypische Gesundheitsprobleme. Als verantwortungsvoller Halter solltest du diese kennen und bei Auffälligkeiten sofort den Tierarzt aufsuchen.
Der Hydrozephalus (Wasserkopf) kommt bei Chihuahuas häufiger vor als bei anderen Rassen. Dabei sammelt sich zu viel Gehirnflüssigkeit im Schädel. Symptome sind ein gewölbter Schädel, Orientierungsprobleme, Krämpfe und Sehstörungen. Diese Erkrankung erfordert sofortige tierärztliche Behandlung.
Die Trachealkollaps (Luftröhrenkollaps) ist eine weitere typische Erkrankung bei Kleinhunden. Die Knorpelringe der Luftröhre verlieren ihre Stabilität und die Luftröhre fällt zusammen. Das äußert sich durch einen trockenen, hupenartigen Husten, besonders bei Aufregung oder beim Trinken. Verwende daher immer ein Brustgeschirr statt eines Halsbandes.
Unterzuckerung (Hypoglykämie) kann besonders bei Chihuahua-Welpen und sehr kleinen Exemplaren auftreten. Durch ihren schnellen Stoffwechsel und die geringen Energiereserven sinkt der Blutzuckerspiegel bei zu langen Fresspausen gefährlich ab. Symptome sind Zittern, Apathie und Krämpfe.
Mit welchen Kosten muss ich bei einem Chihuahua rechnen?
Ein Chihuahua Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.000 und 2.500 Euro. Der Preis hängt von der Fellvariante, der Farbe und der Zuchtlinie ab. Besonders seltene Farben können teurer sein. Kaufe niemals bei Vermehrern oder aus dem Kofferraum.
Die Erstausstattung ist beim Chihuahua etwas günstiger als bei großen Rassen. Rechne mit 150 bis 300 Euro für Körbchen, Näpfe, Geschirr, Leine, Transporttasche, Bürste und Spielzeug. Monatliche Futterkosten liegen bei nur 20 bis 40 Euro, da der Chihuahua wenig frisst.
Ein Hundepullover oder -mantel für den Winter kostet 15 bis 40 Euro. Du brauchst davon mindestens zwei zum Wechseln. Die Hundehaftpflichtversicherung kostet 50 bis 80 Euro im Jahr. Die Hundesteuer liegt je nach Gemeinde zwischen 50 und 180 Euro jährlich.
Tierarztkosten für Routineuntersuchungen betragen 200 bis 400 Euro pro Jahr. Wegen der rassetypischen Erkrankungen wie Patellaluxation und Zahnprobleme solltest du monatlich 30 bis 50 Euro für unvorhergesehene Behandlungen zurücklegen. Eine Tierkrankenversicherung ist beim Chihuahua besonders empfehlenswert.
Wie erziehe ich einen Chihuahua?
Die Erziehung des Chihuahuas wird oft unterschätzt. Viele Halter lassen ihrem kleinen Hund alles durchgehen. Das ist ein großer Fehler. Auch ein Chihuahua braucht klare Regeln und Grenzen. Sonst entwickelt er das gefürchtete „Kleine-Hunde-Syndrom“ mit Aggression und ständigem Bellen.
Behandle deinen Chihuahua wie einen richtigen Hund und nicht wie ein Accessoire. Lass ihn selbst laufen, statt ihn ständig zu tragen. Erlaube ihm, andere Hunde zu beschnuppern und auf Augenhöhe zu kommunizieren. Trage ihn nur in gefährlichen Situationen.
Die Stubenreinheit kann beim Chihuahua herausfordernd sein. Seine kleine Blase muss häufig entleert werden. Gehe anfangs alle ein bis zwei Stunden nach draußen. Lobe ihn überschwänglich, wenn er sein Geschäft draußen erledigt. Bei schlechtem Wetter kannst du zusätzlich eine Indoor-Toilette aufstellen.
Das Bellen musst du von Anfang an regulieren. Ignoriere das Bellen konsequent und belohne stattdessen ruhiges Verhalten. Schreie ihn niemals an, denn das verstärkt das Problem nur. Mit Geduld und Konsequenz wird dein Chihuahua zu einem angenehmen Begleiter.
Passt ein Chihuahua zu dir?
Der Chihuahua ist der richtige Hund für dich, wenn du einen kleinen, treuen Begleiter suchst. Er eignet sich besonders für Singles, Paare und Senioren. Sein geringer Platzbedarf macht ihn zum idealen Stadthund. Auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist er eine gute Wahl.
Du solltest wissen, dass der Chihuahua kein robuster Familienhund ist. Für Familien mit Kleinkindern oder sehr aktive Haushalte eignet er sich nicht. Er braucht einen ruhigen Haushalt, in dem er sich sicher fühlt und nicht ständig Angst vor Trampelfüßen haben muss.
Der Chihuahua braucht trotz seiner Größe Erziehung und Konsequenz. Wenn du bereit bist, ihm Grenzen zu setzen und ihn nicht zu vermenschlichen, wirst du einen wunderbaren Begleiter an deiner Seite haben. Er wird dich mit seiner großen Persönlichkeit und seiner bedingungslosen Treue belohnen.
Bedenke auch die langen Lebenserwartung von bis zu 18 Jahren. Ein Chihuahua ist eine langfristige Verpflichtung. Überlege gut, ob du über einen so langen Zeitraum die Verantwortung für diesen kleinen Hund übernehmen kannst und möchtest.
Häufig gestellte Fragen zum Chihuahua
Wie alt wird ein Chihuahua?
Wie schwer wird ein Chihuahua?
Ist der Chihuahua ein Kläffer?
Braucht ein Chihuahua einen Mantel im Winter?
Kann man einen Chihuahua mit großen Hunden halten?
Wie viel Futter braucht ein Chihuahua am Tag?
Sind Chihuahuas aggressiv?
Gibt es Chihuahuas in verschiedenen Größen?
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 218 – Chihuahua
- VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen: Rassebeschreibung Chihuahua
- Krämer, E.-M. (2017): Der große Kosmos Hundeführer. Franckh-Kosmos Verlag.
- Veterinary Surgery (2018): Prevalence of Patellar Luxation in Dogs
- Journal of Veterinary Internal Medicine: Tracheal Collapse in Small Breed Dogs