Deutsche Dogge
Die Deutsche Dogge ist eine der größten Hunderassen der Welt. Mit einer Schulterhöhe von bis zu 87 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 80 Kilogramm ist sie eine wahrhaft imposante Erscheinung. Trotz ihrer gewaltigen Größe ist sie ein sanfter Riese mit einem liebevollen und anhänglichen Wesen.
In Deutschland hat die Deutsche Dogge eine lange Tradition. Bereits im 16. Jahrhundert wurden Doggen als Jagd- und Schutzhunde an Fürstenhöfen gehalten. Heute wird sie vor allem als Familien- und Begleithund geschätzt. Ihr ruhiges Temperament und ihre Menschenbezogenheit machen sie trotz ihrer Größe zu einem angenehmen Mitbewohner.
Bevor du dich für eine Deutsche Dogge entscheidest, solltest du die Besonderheiten dieser Rasse genau kennen. In diesem Artikel erfährst du alles über den Charakter, die richtige Haltung und die gesundheitlichen Herausforderungen, die diese Rasse mit sich bringt.

Steckbrief: Deutsche Dogge
| Größe | 72–87 cm |
| Gewicht | 50–80 kg |
| Lebenserwartung | 7–10 Jahre |
| Gruppe | Doggen |
| Herkunft | Deutschland |
| Fell | Kurz, dicht, glänzend |
| Farben | Gelb, Gestromt, Blau, Schwarz, Gefleckt |
| Charakter | Freundlich, liebevoll, anhänglich |
| Bewegungsdrang | Mittel |
| Pflegeaufwand | Niedrig |
| Familientauglich | Sehr gut |
| Anfängergeeignet | Bedingt |
Wie ist der Charakter der Deutschen Dogge?
Die Deutsche Dogge ist trotz ihrer imposanten Größe ein ausgesprochen sanfter und freundlicher Hund. Sie liebt den engen Kontakt zu ihren Menschen und zeigt eine beeindruckende Sensibilität für die Stimmungen in ihrem Umfeld. Viele Halter berichten, dass ihre Dogge genau spürt, wenn es jemandem nicht gut geht.
Ihr Temperament ist überraschend ruhig und ausgeglichen. Die Deutsche Dogge ist kein hektischer Hund und neigt nicht zu Nervosität. Im Haus verhält sie sich gelassen und liegt gerne an ihrem Lieblingsplatz. Dabei beansprucht sie trotz ihrer Größe erstaunlich wenig Raum, denn sie rollt sich gerne zusammen.
Fremden gegenüber zeigt die Deutsche Dogge eine freundliche Zurückhaltung. Sie begrüßt Besucher ohne überschwängliches Anspringen, beobachtet aber aufmerksam. Wenn sie eine Bedrohung wahrnimmt, kann sie durch ihre bloße Erscheinung abschreckend wirken. Aggressives Verhalten ist bei gut sozialisierten Doggen aber die absolute Ausnahme.
Mit Kindern versteht sich die Deutsche Dogge in der Regel ausgezeichnet. Ihre Geduld und Sanftmut machen sie zu einem wunderbaren Spielkameraden. Allerdings solltest du bedenken, dass ein 70 Kilogramm schwerer Hund ein kleines Kind allein durch eine unbeabsichtigte Bewegung umwerfen kann. Beaufsichtige das Zusammenspiel daher immer.
Die Deutsche Dogge ist anhänglich und sollte nicht über längere Zeit allein gelassen werden. Sie braucht den Familienanschluss und leidet unter Isolation. Manche Doggen entwickeln bei häufigem Alleinsein Trennungsangst, die sich durch Bellen, Heulen oder Zerstörung von Gegenständen äußern kann.
Was musst du bei der Haltung der Deutschen Dogge beachten?
Die Deutsche Dogge braucht vor allem eines: Platz. Eine kleine Wohnung ist für diese Rasse ungeeignet. Ein Haus mit Garten ist ideal, damit sie sich frei bewegen und ihren Wachtrieb ausleben kann. Auch das Auto sollte groß genug sein, denn eine Dogge passt nicht in einen Kleinwagen.
Der Bewegungsbedarf der Deutschen Dogge ist moderat. Zwei ausgedehnte Spaziergänge pro Tag von jeweils 30 bis 60 Minuten reichen in der Regel aus. Sie ist kein Marathonläufer und bevorzugt gemäßigtes Tempo. Kurze Sprints und Spieleinheiten zwischendurch runden das Bewegungsprogramm ab.
Die Fütterung einer Deutschen Dogge erfordert Sorgfalt und Fachwissen. Als große Rasse ist sie besonders anfällig für Magendrehung. Verteile das Futter deshalb auf zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag. Nach dem Fressen muss eine Ruhepause von mindestens einer Stunde eingehalten werden.
Die Kosten für die Haltung einer Deutschen Dogge sind erheblich. Sie frisst deutlich mehr als kleinere Rassen, braucht größeres Zubehör und die Tierarztkosten fallen bei großen Hunden höher aus. Stelle sicher, dass du die finanziellen Mittel hast, bevor du dich für diese Rasse entscheidest.
Im Winter braucht die Deutsche Dogge bei sehr niedrigen Temperaturen einen Mantel. Ihr kurzes Fell bietet wenig Isolierung. Besonders schlanke Exemplare und ältere Hunde frieren schnell und sollten bei Frost nicht zu lange draußen bleiben.
Wie pflegst du eine Deutsche Dogge richtig?
Die Fellpflege der Deutschen Dogge ist einfach und zeitsparend. Einmal pro Woche Bürsten mit einer weichen Bürste oder einem Gummistriegel reicht aus. Das kurze Fell neigt nicht zu Verfilzungen und trocknet nach dem Baden schnell.
Die Ohren der Deutschen Dogge brauchen regelmäßige Aufmerksamkeit. Kontrolliere sie wöchentlich auf Rötungen, Schwellungen oder unangenehmen Geruch. Reinige sie bei Bedarf vorsichtig mit einem feuchten Tuch oder einem speziellen Ohrreiniger. Schlappohren sind anfälliger für Entzündungen als Stehohren.
Die Krallen solltest du alle zwei bis vier Wochen kontrollieren. Durch das hohe Gewicht der Dogge laufen sie sich auf harten Untergründen zwar ab, aber nicht immer gleichmäßig. Zu lange Krallen können den Gang verändern und zu Gelenkproblemen führen.
Achte besonders auf die Gelenke und Pfoten. Die Deutsche Dogge belastet ihre Gelenke durch ihr hohes Gewicht stark. Ein weicher, gut gepolsterter Liegeplatz ist wichtig, um Druckstellen an den Ellbogen zu vermeiden. Sogenannte Liegeschwielen (haarlose, verdickte Hautstellen an den Ellbogen) treten bei Doggen häufig auf und sollten gepflegt werden.
Die Zahnpflege ist auch bei der Deutschen Dogge wichtig. Biete regelmäßig Kauartikel an und kontrolliere die Zähne auf Zahnstein und Zahnfleischentzündungen. Großen Hunden können spezielle Zahnpflegesnacks helfen, die Zähne sauber zu halten.

Welche rassetypischen Krankheiten hat die Deutsche Dogge?
Die Deutsche Dogge gehört leider zu den Rassen mit einer kürzeren Lebenserwartung. Mit 7 bis 10 Jahren liegt sie deutlich unter dem Durchschnitt. Das liegt vor allem an der Größe, die den gesamten Organismus stärker belastet.
Die Magendrehung (Torsio ventriculi) ist das gefährlichste akute Gesundheitsrisiko bei der Deutschen Dogge. Sie gehört zu den am häufigsten betroffenen Rassen überhaupt. Die Symptome sind Unruhe, aufgeblähter Bauch, erfolglose Brechversuche und zunehmende Schwäche. Eine Magendrehung ist immer ein Notfall und muss sofort operiert werden.
Weitere typische Erkrankungen bei der Deutschen Dogge sind:
- Dilatative Kardiomyopathie – eine Herzmuskelerkrankung, bei der sich das Herz vergrößert und die Pumpleistung nachlässt
- Hüftgelenksdysplasie – eine erbliche Fehlbildung des Hüftgelenks
- Osteosarkom – ein bösartiger Knochenkrebs, der bei großen Rassen häufiger auftritt
- Wobbler-Syndrom – eine Verengung im Bereich der Halswirbelsäule mit Koordinationsstörungen
- Schilddrüsenunterfunktion – mit Symptomen wie Trägheit und Gewichtszunahme
- Arthrose – verschleißbedingte Gelenkerkrankung, verstärkt durch das hohe Körpergewicht
Was kostet eine Deutsche Dogge?
Ein Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Besondere Farbschläge wie Blau oder Gefleckt können etwas teurer sein. Achte bei der Züchterwahl auf Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und eine verantwortungsvolle Aufzucht.
Die monatlichen Kosten für eine Deutsche Dogge sind deutlich höher als bei kleineren Rassen. Allein für hochwertiges Futter musst du mit 100 bis 150 Euro pro Monat rechnen. Eine ausgewachsene Dogge frisst je nach Aktivitätslevel 500 bis 800 Gramm Trockenfutter pro Tag.
Die Tierarztkosten sind bei großen Hunden generell höher, da Medikamente nach Körpergewicht dosiert werden und Narkosen aufwendiger sind. Eine Hundekrankenversicherung kostet für eine Deutsche Dogge zwischen 50 und 100 Euro pro Monat, ist aber dringend empfehlenswert.
Für die Erstausstattung solltest du 500 bis 800 Euro einplanen. Ein orthopädisches Hundebett in der richtigen Größe kostet allein 150 bis 300 Euro. Dazu kommen Leinen, Geschirr, stabile Näpfe mit erhöhtem Ständer und eine geeignete Transportmöglichkeit für das Auto.
Wie erziehst du eine Deutsche Dogge?
Die Erziehung der Deutschen Dogge sollte von Anfang an konsequent, aber liebevoll erfolgen. Durch ihre Größe und Kraft muss eine erwachsene Dogge zuverlässig auf Kommandos hören. Was beim Welpen noch niedlich wirkt, wird beim 70 Kilogramm schweren Erwachsenen zum ernsthaften Problem.
Die Deutsche Dogge lernt gerne und arbeitet willig mit ihrem Menschen zusammen. Sie reagiert besonders gut auf Lob und positive Verstärkung. Harte Methoden oder Einschüchterung sind bei dieser sensiblen Rasse kontraproduktiv und können zu Ängstlichkeit oder Misstrauen führen.
Die Leinenführigkeit ist eine der wichtigsten Übungen bei der Deutschen Dogge. Ein erwachsener Rüde kann mit bis zu 80 Kilogramm an der Leine ziehen. Das kann selbst kräftige Menschen aus dem Gleichgewicht bringen. Trainiere die Leinenführigkeit vom Welpenalter an konsequent und mit Geduld.
Die Sozialisierung im Welpenalter ist bei der Deutschen Dogge besonders wichtig. Sie muss lernen, sich in verschiedenen Umgebungen sicher zu bewegen und andere Menschen und Tiere gelassen zu akzeptieren. Ein unsicherer Riesenhund ist für alle Beteiligten problematisch.
Ein Besuch in der Hundeschule ist für Deutsche Doggen empfehlenswert. Achte darauf, dass die Hundeschule Erfahrung mit großen Rassen hat und die Trainingsmethoden zu deinem Hund passen. Auch Einzeltraining kann sinnvoll sein, um gezielt an bestimmten Verhaltensweisen zu arbeiten.
Passt die Deutsche Dogge zu dir?
Die Deutsche Dogge ist ein wundervoller Begleiter für Menschen, die Platz und Zeit für einen großen Hund haben. Sie passt besonders gut zu dir, wenn folgende Punkte zutreffen:
- Du hast ein großes Haus oder eine geräumige Wohnung mit Garten.
- Du suchst einen ruhigen und freundlichen Familienhund.
- Du kannst die höheren Kosten für Futter, Tierarzt und Ausstattung tragen.
- Du bist bereit, dich mit der kürzeren Lebenserwartung auseinanderzusetzen.
- Du hast ein großes Auto für den Transport.
Die Deutsche Dogge passt nicht zu dir, wenn du in einer kleinen Wohnung ohne Aufzug lebst. Auch wenn du einen sehr aktiven Sporthund suchst oder wenig Zeit für die Erziehung mitbringst, ist diese Rasse nicht die richtige Wahl.
Bedenke außerdem die emotionale Seite. Eine Deutsche Dogge lebt im Durchschnitt deutlich kürzer als viele andere Hunderassen. Dieser Abschied kommt oft früher als erwartet und ist für viele Halter besonders schmerzhaft. Wenn du dir dessen bewusst bist und die gemeinsame Zeit umso mehr schätzt, wirst du mit einer Deutschen Dogge einen unvergesslichen Begleiter haben.
Häufige Fragen zur Deutschen Dogge
Wie groß wird eine Deutsche Dogge?
Wie alt wird eine Deutsche Dogge?
Ist die Deutsche Dogge ein gefährlicher Hund?
Kann eine Deutsche Dogge in einer Wohnung gehalten werden?
Wie viel frisst eine Deutsche Dogge pro Tag?
Was ist eine Magendrehung und warum ist die Deutsche Dogge besonders gefährdet?
Welche Farben gibt es bei der Deutschen Dogge?
Braucht die Deutsche Dogge einen Mantel im Winter?
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 235 – Deutsche Dogge (Great Dane)
- Deutscher Doggen Club 1888 e.V. – Rassebeschreibung und Zuchtordnung
- O’Neill, D.G. et al. (2017): Longevity of Giant Breed Dogs. Journal of Veterinary Internal Medicine.
- Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) – Gesundheitsempfehlungen für Riesenrassen