English Setter
English Setter – Steckbrief
Der English Setter ist ein eleganter, freundlicher Vorsteh- und Setterhund aus England. Mit seinem seidigen, gescheckten Fell und seinem sanften Charakter ist er einer der schönsten und liebenswürdigsten Jagdhunde der Welt.
Herkunft und Geschichte
Der English Setter ist eine der ältesten Vorstehhunderassen und geht auf Spaniel-Kreuzungen des 14. und 15. Jahrhunderts in England zurück. Der moderne English Setter wurde im 19. Jahrhundert maßgeblich von Edward Laverack und R. Purcell Llewellin geprägt. Die Rasse ist FCI-anerkannt (Gruppe 7).
Aussehen und Größe
Groß und elegant mit einer Schulterhöhe von 61 bis 68 cm und einem Gewicht von 20 bis 30 kg. Das seidige, leicht gewellte Fell ist weiß mit orangefarbenen, schwarzen, braunen oder tricolour Abzeichen (Belton-Zeichnung). Die langen Ohren hängen seidig herab. Der Körperbau ist athletisch und grazil.
Charakter und Wesen
Sanft, freundlich und sehr menschenbezogen. Der English Setter ist einer der liebenswürdigsten Jagdhunde. Er liebt seine Familie, ist verspielt mit Kindern und sozial mit anderen Hunden. Gegenüber Fremden ist er offen und freundlich. Im Haus ist er ruhig, aber beim Ausflug kommt sein lebhafter Jagdgeist zum Vorschein.
Haltung und Auslastung
Braucht täglich viel Bewegung – lange Spaziergänge oder Geländeläufe. Als Vorstehhund liebt er Apportieren und Stöbern. Hundesport wie Agility passt gut. Benötigt viel menschliche Gesellschaft – leidet bei langen Alleinsein-Zeiten.
Erziehung
Sehr lernwillig und sensibel. Reagiert hervorragend auf positive Verstärkung. Keine harten Methoden – er ist empfindlich. Frühe Sozialisation empfohlen. Gut für erfahrene und engagierte Ersthalter.
Gesundheit und Pflege
Robust, Lebenserwartung 11–15 Jahre. Das seidige Fell täglich bürsten und auf Verfilzungen kontrollieren. Ohren reinigen. Auf Hüftdysplasie achten.
Für wen eignet sich diese Rasse?
Für aktive Familien und Jäger. Einer der schönsten und sanftmütigsten Jagdhunde. Nicht für inaktive Haushalte.
Jagdeigenschaften des English Setters
Der English Setter ist einer der elegantesten Vorstehhunde der Welt. Er arbeitet in weitem Gelände mit hohem Tempo und zeigt gefundenes Wild durch ein typisches „Setzen“ – er legt sich oder verharrt regungslos in Vorstehhaltung. Diese klassische Vorstehhaltung macht ihn zu einer Ikone der Jagdhundszene. Sein Nasenvermögen ist außergewöhnlich, sein Ausdauer für lange Jagdtage sehr gut.
Show- vs. Arbeitslinie
Beim English Setter gibt es seit Jahrzehnten zwei Linien: die Schauhundlinie (Laverack-Linie) und die Arbeitslinie (Llewellin-Linie). Show-Setter sind ruhiger und haben längeres Fell. Arbeits-Setter sind kleiner, schneller und jagdlicher. Für Jäger ist die Arbeitslinie empfehlenswert, für Familien ohne Jagdbezug kann auch die Schauhundlinie sehr glücklich machen.
Erziehung und Beschäftigung
Der English Setter ist sehr sensibel – harte Erziehungsmethoden funktionieren nicht. Positive Verstärkung, Geduld und Konsequenz sind der Schlüssel. Er braucht täglich mindestens 2 Stunden Bewegung in freier Natur. Hundesport eignet sich gut als Alternative zur Jagd.
Züchter und Welpensuche
In Deutschland und Österreich gibt es Züchter beider Linien. Welpenpreise liegen bei 800 bis 1.500 Euro. Gesundheitsscreenings auf Hüftdysplasie und Augenerkrankungen sind Standard bei seriösen Züchtern.
Fazit
Der English Setter ist eine der schönsten und sanftmütigsten Jagdhunderassen. Für aktive Familien und Jäger, die Eleganz mit Leistung verbinden möchten, ist er eine ausgezeichnete Wahl.
Tipps für angehende Halter
Wer sich für diese Rasse interessiert, sollte sich vor dem Kauf gut informieren und am besten einen erfahrenen Züchter oder Rasseclub kontaktieren. Ein persönlicher Besuch beim Züchter gibt wertvolle Einblicke in die Haltungsbedingungen, das Wesen der Elterntiere und den Charakter der Welpen. Seriöse Züchter legen großen Wert auf Gesundheitsscreenings, Sozialisation der Welpen und geben diese erst mit mindestens 8 Wochen ab.
Wichtig ist auch, dass künftige Halter ihre eigene Lebenssituation ehrlich einschätzen: Steht täglich ausreichend Zeit für Bewegung und Beschäftigung zur Verfügung? Gibt es einen Garten oder regelmäßigen Zugang zur Natur? Passen der Bewegungsdrang und der Charakter der Rasse zur eigenen Persönlichkeit und zum Alltag?
Grundausstattung und laufende Kosten
Zur Grundausstattung gehören Hundekorb oder Hundebox, Leinen und Halsband oder Geschirr, Fressnäpfe, Spielzeug und Pflegeutensilien. Diese einmaligen Anschaffungskosten liegen je nach Qualität zwischen 150 und 400 Euro. Dazu kommen laufende monatliche Kosten für Futter (je nach Größe 40–80 Euro), Tierarztvorsorge (Impfungen, Parasitenschutz: ca. 30–50 Euro monatlich als Rücklage), Versicherung (ca. 15–30 Euro) sowie gelegentliche Kosten für Hundesport, Ausrüstung oder Hundetraining.
Ein Notgroschen für unerwartete Tierarztkosten ist ebenfalls empfehlenswert. Als grobe Daumenregel sollten Hundehalter mindestens 1.000 bis 1.500 Euro pro Jahr für laufende Kosten einplanen – bei größeren Rassen oder intensiver Jagdnutzung auch mehr.