Epagneul Picard
Épagneul Picard – Steckbrief
Der Épagneul Picard ist eine seltene französische Spanielrasse aus der Picardie. Er ist ein vielseitiger Jagdhund für Vorsteh- und Stöberarbeit, der außerhalb Frankreichs kaum bekannt ist.
Herkunft und Geschichte
Der Épagneul Picard ist eine sehr alte Rasse, die in der Picardie (Nordfrankreich) entwickelt wurde. Er gehört zu den ältesten französischen Spanielrassen und wird seit dem Mittelalter für die Vogeljagd eingesetzt. Die Rasse ist FCI-anerkannt.
Aussehen und Größe
Mittelgroß mit 55 bis 60 cm Schulterhöhe und 20 bis 25 kg. Das Fell ist wellig, dicht und braun-weiß gefleckt. Langer, eleganter Körperbau. Hängende, gut behaarte Ohren.
Charakter und Wesen
Sanft, freundlich und arbeitswillig. Guter Familienhund, der gut mit Kindern auskommt. Ausdauernd im Jagdeinsatz.
Haltung und Auslastung
Braucht täglich ausreichend Bewegung. Als Jagd- oder Aktivhund ideal. Regelmäßiger Auslauf nötig.
Erziehung
Lernwillig und kooperativ. Positive Erziehung empfohlen. Für erfahrene Ersthalter geeignet.
Gesundheit und Pflege
Robust, Lebenserwartung 12–14 Jahre. Fell regelmäßig pflegen. Ohren kontrollieren.
Für wen eignet sich diese Rasse?
Für Jäger und aktive Hundehalter. Außerhalb Frankreichs extrem selten.
Haltung als Familienhund
Als Familienhund ist der Épagneul Picard gut geeignet, wenn er täglich ausreichend Bewegung bekommt. Er ist freundlich, sozial und gutmütig – auch im Umgang mit Kindern. Ein Garten und regelmäßige Ausflüge in die Natur machen ihn zu einem ausgeglichenen, angenehmen Hausgenosse.
Fazit
Der Épagneul Picard ist eine seltene, aber sehr liebenswürdige Jagdhunderasse. Seine Kombination aus Jagdeifer und freundlichem Familienwesen macht ihn zu einem vielseitigen Begleiter. Wer diese seltene Rasse sucht, muss Kontakt zu französischen Rasseverbänden aufnehmen.
Jagdeinsatz und Arbeitsweise
Der Épagneul Picard arbeitet methodisch im Gelände – er stöbert Federwild auf und zeigt es dem Jäger durch sein Verharren an. Er ist ausdauernd, auch in schwierigem Gelände, und arbeitet gerne mit dem Jäger zusammen. Sein Nasenvermögen ist gut, sein Arbeitstempo eher gemächlich. Er eignet sich besonders gut für die Niederwildjagd in mittelschwierigem Gelände.
Besonderheiten und Seltenheit
Der Épagneul Picard ist außerhalb Frankreichs so gut wie unbekannt. Selbst in seiner Heimat ist er keine weit verbreitete Rasse. Diese Seltenheit macht ihn zu einer besonderen Entdeckung für Spaniel-Enthusiasten. Wer diese Rasse sucht, zeigt echtes Interesse an seltenen, traditionellen Jagdhunderassen.
Züchter und Welpensuche
Züchter des Épagneul Picard finden sich fast ausschließlich in Frankreich. Kontakt zum Club de l’Épagneul Picard ist der erste Schritt. Importwelpen aus Frankreich sind möglich, aber mit Aufwand verbunden. Wartezeiten von 6–18 Monaten sind realistisch.
Kosten und Pflege
Welpenpreise liegen bei 800 bis 1.400 Euro. Monatliche Kosten ca. 80 bis 140 Euro. Das wellige Fell regelmäßig bürsten, Ohren reinigen, Zeckencheck nach Ausflügen.
Fazit
Der Épagneul Picard ist eine liebenswürdige, seltene Jagdhunderasse mit langer Geschichte. Für Liebhaber traditioneller Jagdspaniels und seltener Rassen eine faszinierende Entdeckung – wenn auch schwer zu bekommen.
Tipps für angehende Halter
Wer sich für diese Rasse interessiert, sollte sich vor dem Kauf gut informieren und am besten einen erfahrenen Züchter oder Rasseclub kontaktieren. Ein persönlicher Besuch beim Züchter gibt wertvolle Einblicke in die Haltungsbedingungen, das Wesen der Elterntiere und den Charakter der Welpen. Seriöse Züchter legen großen Wert auf Gesundheitsscreenings, Sozialisation der Welpen und geben diese erst mit mindestens 8 Wochen ab.
Wichtig ist auch, dass künftige Halter ihre eigene Lebenssituation ehrlich einschätzen: Steht täglich ausreichend Zeit für Bewegung und Beschäftigung zur Verfügung? Gibt es einen Garten oder regelmäßigen Zugang zur Natur? Passen der Bewegungsdrang und der Charakter der Rasse zur eigenen Persönlichkeit und zum Alltag?
Grundausstattung und laufende Kosten
Zur Grundausstattung gehören Hundekorb oder Hundebox, Leinen und Halsband oder Geschirr, Fressnäpfe, Spielzeug und Pflegeutensilien. Diese einmaligen Anschaffungskosten liegen je nach Qualität zwischen 150 und 400 Euro. Dazu kommen laufende monatliche Kosten für Futter (je nach Größe 40–80 Euro), Tierarztvorsorge (Impfungen, Parasitenschutz: ca. 30–50 Euro monatlich als Rücklage), Versicherung (ca. 15–30 Euro) sowie gelegentliche Kosten für Hundesport, Ausrüstung oder Hundetraining.
Ein Notgroschen für unerwartete Tierarztkosten ist ebenfalls empfehlenswert. Als grobe Daumenregel sollten Hundehalter mindestens 1.000 bis 1.500 Euro pro Jahr für laufende Kosten einplanen – bei größeren Rassen oder intensiver Jagdnutzung auch mehr.