Hovawart
Der Hovawart ist ein vielseitiger deutscher Gebrauchshund. Sein Name stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet „Hofwächter“. Er vereint Treue, Selbstbewusstsein und einen natürlichen Wachinstinkt. Im Gegensatz zu vielen anderen großen Rassen ist er ein ausgezeichneter Familienhund. Dennoch braucht er erfahrene Führung und viel Beschäftigung. Hier erfährst du alles über den Hovawart.
Steckbrief: Hovawart
| Größe | 58–70 cm |
| Gewicht | 25–40 kg |
| Lebenserwartung | 10–14 Jahre |
| Gruppe | Molosser (FCI Gruppe 2) |
| Herkunft | Deutschland |
| Fell | Lang, kräftig, leicht gewellt |
| Farben | Blond, Schwarz, Schwarzmarken |
| Charakter | Selbstbewusst, treu, wachsam |
| Bewegungsdrang | Hoch |
| Pflegeaufwand | Mittel |
| Familientauglich | Sehr gut |
| Für Anfänger | Bedingt |
Woher stammt der Hovawart?
Der Hovawart hat eine jahrhundertealte Geschichte in Deutschland. Bereits im Mittelalter wurde er als Hofwächter erwähnt. Der „Sachsenspiegel“ von 1274 nennt ihn als wertvollen Wachhund. Im 13. Jahrhundert war er auf Burgen und Höfen weit verbreitet. Im Laufe der Jahrhunderte geriet die Rasse fast in Vergessenheit. In den 1920er Jahren begann Kurt Friedrich König mit der Neuzüchtung. Er kreuzte bauernhofähnliche Hunde mit Deutschen Schäferhunden, Neufundländern und anderen Rassen. 1937 wurde der Hovawart von der FCI offiziell anerkannt. Er trägt die Nummer 190 in Gruppe 2, Sektion 2.2.

Wie sieht der Hovawart aus?
Der Hovawart ist ein großer, kräftiger Hund. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 63 bis 70 cm. Hündinnen sind mit 58 bis 65 cm etwas kleiner. Das Gewicht liegt zwischen 25 und 40 kg. Sein Fell ist lang, kräftig und leicht gewellt. Es liegt eng am Körper an. Die Unterwolle ist wenig ausgeprägt. Der Hovawart kommt in drei Farbvarianten vor. Blond ist die bekannteste Farbe. Schwarze Hovawarts sind einheitlich schwarz. Die Schwarzmarken-Variante hat schwarzes Fell mit blonden Abzeichen. Der Kopf ist kräftig mit leicht gewölbter Stirn. Die Ohren sind dreieckig und hängend.
Welchen Charakter hat der Hovawart?
Der Hovawart ist ein selbstbewusster und ausgeglichener Hund. Er ist seinem Besitzer treu ergeben. Seine Familie beschützt er mit natürlichem Wachinstinkt. Dabei unterscheidet er zuverlässig zwischen echten Bedrohungen und Alltag. Er ist kein nervöser Kläffer. Seine Reizschwelle ist hoch. Das macht ihn zu einem angenehmen Begleiter. Er ist intelligent und arbeitsfreudig. Neue Aufgaben meistert er mit Begeisterung. Gleichzeitig hat er einen eigenen Kopf. Er braucht eine Führungspersönlichkeit, die er respektiert. Unterwürfig wird er nie sein.
Wie viel Bewegung braucht ein Hovawart?
Der Hovawart hat einen hohen Bewegungsdrang. Mindestens zwei Stunden tägliche Aktivität sind nötig. Er liebt lange Wanderungen und Spaziergänge. Auch Joggen und Radfahren machen ihm Spaß. Hundesport liegt ihm besonders. Fährtenarbeit nutzt seine ausgezeichnete Nase. Rettungshundearbeit ist eine ideale Beschäftigung für ihn. Auch Obedience und Agility eignen sich gut. Schwimmen gehört zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Neben körperlicher braucht er geistige Auslastung. Suchspiele und Denkaufgaben fordern seinen Kopf. Ohne ausreichend Beschäftigung wird er unzufrieden.
Wie erziehe ich einen Hovawart richtig?
Die Erziehung des Hovawart erfordert Konsequenz und Geduld. Er ist intelligent und lernwillig. Aber er hinterfragt Anweisungen gerne. Sinnlose Wiederholungen langweilen ihn. Abwechslungsreiches Training ist der Schlüssel zum Erfolg. Positive Verstärkung motiviert ihn am besten. Härte und Druck führen zu Vertrauensverlust. Die Sozialisierung muss früh beginnen. Andere Hunde, Menschen und Umgebungen sollte er als Welpe kennenlernen. Ein Welpen- und Junghundekurs ist sehr empfehlenswert. Sein Wachinstinkt muss in geordnete Bahnen gelenkt werden. Er muss lernen, dass du über Bedrohungen entscheidest.

Wie pflege ich einen Hovawart?
Die Fellpflege des Hovawart ist vergleichsweise unkompliziert. Ein- bis zweimal pro Woche gründliches Bürsten reicht aus. Während des Fellwechsels solltest du täglich bürsten. Das lange Fell neigt wenig zum Verfilzen. Hinter den Ohren und an den Beinen können sich Knoten bilden. Diese Stellen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Baden ist nur selten nötig. Die Ohren solltest du wöchentlich kontrollieren. Hängeohren neigen zu Entzündungen. Die Krallen nutzen sich bei ausreichend Bewegung von selbst ab. Die Zähne solltest du regelmäßig pflegen.
Welche Gesundheitsprobleme hat der Hovawart?
Der Hovawart ist eine vergleichsweise gesunde Rasse. Die strenge Zuchtordnung des RZV hat dazu beigetragen. Hüftdysplasie (HD) kommt vor, ist aber rückläufig. Schilddrüsenunterfunktion tritt gelegentlich auf. Die Lebenserwartung ist mit 10 bis 14 Jahren für einen großen Hund überdurchschnittlich. Das spricht für die Robustheit der Rasse. Magendrehungen sind wie bei allen großen Hunden ein Risiko. Seriöse Züchter lassen HD-Röntgen und weitere Tests durchführen. Der Hovawart hat eine breite genetische Basis. Das reduziert das Risiko für Erbkrankheiten.
Was frisst ein Hovawart?
Der Hovawart braucht hochwertiges Futter mit viel Protein. Ein erwachsener Hund frisst etwa 350 bis 500 Gramm Trockenfutter täglich. Die Menge richtet sich nach Aktivität und Gewicht. Auch Barfen oder hochwertiges Nassfutter sind geeignet. Teile die Tagesration auf zwei Mahlzeiten auf. Das senkt das Risiko einer Magendrehung. Welpen und Junghunde brauchen spezielles Wachstumsfutter. Übergewicht ist beim Hovawart selten, aber möglich. Kontrolliere das Gewicht regelmäßig. Leckerli sind als Trainingsbelohnung erlaubt. Ziehe sie aber von der Tagesration ab.
Ist der Hovawart als Familienhund geeignet?
Der Hovawart ist ein hervorragender Familienhund. Er liebt seine Familie und beschützt sie zuverlässig. Mit Kindern geht er sanft und geduldig um. Er toleriert auch ungeschicktes Anfassen von Kleinkindern. Dennoch solltest du Kinder nie unbeaufsichtigt mit dem Hund lassen. Mit anderen Haustieren kommt er bei früher Gewöhnung gut zurecht. Rüden können gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen dominant sein. Er braucht ein Haus mit Garten. Eine Wohnung ist auf Dauer nicht geeignet. Er bindet sich stark an alle Familienmitglieder. Abgeben oder umplatzieren verkraftet er schlecht.
Was kostet ein Hovawart?
Ein Hovawart-Welpe von einem RZV-Züchter kostet 1.200 bis 1.800 Euro. Die Zuchtordnung des RZV ist streng und sichert Qualität. Monatliche Futterkosten liegen bei 60 bis 100 Euro. Dazu kommen Tierarztkosten und Versicherung. Rechne mit monatlichen Gesamtkosten von 120 bis 200 Euro. Eine Hundehaftpflichtversicherung ist empfehlenswert. Hundesport und Hundeschule verursachen zusätzliche Kosten. Der Hovawart ist aber insgesamt eine pflegeleichte Rasse.
Häufig gestellte Fragen zum Hovawart
Ist der Hovawart ein Anfängerhund?
Bedingt. Er braucht eine konsequente Führung. Mit Hundeerfahrung und dem Besuch einer Hundeschule kann es klappen.
Wie lange dauert die Junghundphase beim Hovawart?
Der Hovawart ist ein Spätentwickler. Er ist erst mit etwa drei Jahren geistig erwachsen. Geduld ist in dieser Zeit wichtig.
Kann der Hovawart in einer Wohnung leben?
Eine Wohnung ist nicht ideal. Er braucht ein Haus mit Garten und viel Auslauf in der Natur.
Wie alt wird ein Hovawart?
Der Hovawart wird 10 bis 14 Jahre alt. Das ist für einen großen Hund überdurchschnittlich.
Haart der Hovawart stark?
Außerhalb des Fellwechsels haart er moderat. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst kann es mehr sein.
Ist der Hovawart ein guter Wachhund?
Ja, der Hovawart ist ein ausgezeichneter natürlicher Wachhund. Er unterscheidet zuverlässig zwischen Freund und Bedrohung.
Welche Farbe ist beim Hovawart am häufigsten?
Blond ist die bekannteste Farbe. Schwarz und Schwarzmarken sind aber gleichermaßen anerkannt und beliebt.
Versteht sich der Hovawart mit Kindern?
Ja, der Hovawart ist hervorragend mit Kindern verträglich. Er ist sanft und geduldig mit ihnen.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 190 – Hovawart
- RZV – Rassezuchtverein für Hovawart-Hunde e.V.
- VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen: Hovawart Rassebeschreibung
- Hovawart-Zuchtgemeinschaft Deutschland e.V.