Kromfohrländer
Du suchst einen treuen Begleiter, der sich perfekt an deinen Alltag anpasst? Dann könnte der Kromfohrländer genau die richtige Wahl für dich sein. Diese noch relativ unbekannte deutsche Hunderasse besticht durch ihr freundliches Wesen und ihre enge Bindung zum Menschen. Der Kromfohrländer ist ein unkomplizierter Familienhund mit Charme. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über seinen Charakter, seine Haltung und Pflege.
Steckbrief Kromfohrländer
| Größe | 38–46 cm |
| Gewicht | 9–16 kg |
| Lebenserwartung | 13–15 Jahre |
| FCI-Gruppe | Gesellschaftshunde (Gruppe 9) |
| Herkunft | Deutschland |
| Fell | Glatthaar oder Rauhhaar |
| Farben | Weiß-Braun |
| Charakter | Anhänglich, anpassungsfähig, menschenbezogen |
| Bewegungsbedarf | Mittel |
| Pflegeaufwand | Niedrig bis Mittel |
| Familientauglich | Sehr gut |
| Für Anfänger geeignet | Ja |
Woher stammt der Kromfohrländer ursprünglich?
Der Kromfohrländer hat eine besondere Entstehungsgeschichte. Die Rasse entstand nach dem Zweiten Weltkrieg in der Gegend von Siegen in Nordrhein-Westfalen. Eine Hundezüchterin namens Ilse Schleifenbaum kreuzte einen Foxterrier-Mischling mit einer Griffon-Hündin. Das Ergebnis war so überzeugend, dass sie gezielt weiterzüchtete. Der Name leitet sich von der Straße „Krom Fohr“ in Siegen ab. 1955 wurde die Rasse von der FCI offiziell anerkannt. Trotz ihrer liebenswerten Art ist die Rasse bis heute selten geblieben. Weltweit gibt es schätzungsweise nur wenige tausend Exemplare.

Wie sieht ein Kromfohrländer aus?
Der Kromfohrländer ist ein mittelgroßer Hund mit harmonischem Körperbau. Er erreicht eine Schulterhöhe von 38 bis 46 cm. Sein Gewicht liegt zwischen 9 und 16 kg. Es gibt zwei Fellvarianten: Glatthaar und Rauhhaar. Beide Varianten zeigen die typische weiß-braune Zeichnung. Die Grundfarbe ist immer Weiß mit braunen Abzeichen. Der Kopf hat eine symmetrische Blesse. Die Ohren sind dreieckig und leicht gekippt. Die Rute wird fröhlich getragen, aber nicht über den Rücken gerollt. Insgesamt wirkt der Kromfohrländer sportlich und elegant zugleich.
Welchen Charakter hat der Kromfohrländer?
Der Kromfohrländer ist vor allem für seine extreme Menschenbezogenheit bekannt. Er baut eine sehr enge Bindung zu seiner Bezugsperson auf. Fremden gegenüber zeigt er sich zunächst zurückhaltend. Das ist keine Ängstlichkeit, sondern gesunde Vorsicht. In seiner Familie blüht er dagegen richtig auf. Er ist verspielt, fröhlich und immer für gemeinsame Aktivitäten zu haben. Sein Jagdtrieb ist im Vergleich zu vielen anderen Rassen gering ausgeprägt. Das macht ihn zu einem angenehmen Begleiter auf Spaziergängen. Er passt sich dem Aktivitätslevel seiner Familie gut an.
Wie viel Bewegung braucht ein Kromfohrländer?
Der Bewegungsbedarf des Kromfohrländers ist moderat. Tägliche Spaziergänge von insgesamt 60 bis 90 Minuten reichen in der Regel aus. Er freut sich über Abwechslung bei den Gassi-Runden. Wanderungen, leichtes Joggen oder Radtouren sind gut möglich. Auch Hundesportarten wie Agility oder Obedience machen ihm Spaß. Dabei geht es ihm weniger um sportliche Höchstleistungen. Viel wichtiger ist ihm die gemeinsame Zeit mit seinem Menschen. An ruhigen Tagen akzeptiert er auch kürzere Runden. Er ist kein Hund, der bei zu wenig Bewegung sofort problematisch wird.
Ist der Kromfohrländer als Familienhund geeignet?
Der Kromfohrländer ist ein hervorragender Familienhund. Er liebt den Kontakt zu allen Familienmitgliedern. Mit Kindern geht er geduldig und sanft um. Allerdings solltest du ihm auch Rückzugsmöglichkeiten bieten. Wie bei jeder Hunderasse gilt: Kinder müssen den respektvollen Umgang lernen. Der Kromfohrländer verzeiht zwar viel, aber Grenzen hat jeder Hund. Er eignet sich besonders für Familien, die viel Zeit zu Hause verbringen. Lange Phasen des Alleinseins verträgt er weniger gut. Das liegt an seiner starken Bindung an den Menschen.

Wie pflegt man einen Kromfohrländer richtig?
Die Pflege des Kromfohrländers ist unkompliziert. Die Glatthaar-Variante benötigt wöchentliches Bürsten. Bei der Rauhhaar-Variante solltest du zwei- bis dreimal pro Woche zur Bürste greifen. Der Rauhhaar-Typ muss gelegentlich getrimmt werden. Baden ist nur selten nötig. Kontrolliere regelmäßig die Ohren auf Verschmutzungen. Die Krallen solltest du bei Bedarf kürzen lassen. Eine jährliche Zahnkontrolle beim Tierarzt ist empfehlenswert. Insgesamt gehört der Kromfohrländer zu den pflegeleichten Rassen.
Welche Krankheiten sind beim Kromfohrländer häufig?
Der Kromfohrländer hat einen relativ kleinen Genpool. Das kann zu bestimmten Erbkrankheiten führen. Zu den bekannten Problemen gehört die Hyperkeratose der Ballen. Dabei verhornen die Pfotenballen übermäßig. Auch Patellaluxation kommt gelegentlich vor. Dabei springt die Kniescheibe aus ihrer Position. Epilepsie tritt bei einigen Linien ebenfalls auf. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere auf diese Erkrankungen testen. Mit einer Lebenserwartung von 13 bis 15 Jahren ist der Kromfohrländer aber grundsätzlich robust.
Was kostet ein Kromfohrländer?
Ein Kromfohrländer-Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.200 und 1.800 Euro. Die laufenden monatlichen Kosten belaufen sich auf etwa 100 bis 150 Euro. Darin enthalten sind Futter, Versicherung und Tierarztkosten. Da die Rasse selten ist, musst du mit längeren Wartezeiten rechnen. Viele Züchter haben Wartelisten von einem Jahr oder länger. Es lohnt sich, beim Rassezuchtverein ProKromfohrländer nach seriösen Züchtern zu fragen. Von Angeboten deutlich unter dem üblichen Preis solltest du Abstand nehmen.
Wie erzieht man einen Kromfohrländer?
Die Erziehung des Kromfohrländers ist vergleichsweise einfach. Er möchte seinem Menschen gefallen und lernt schnell. Positive Verstärkung funktioniert bei ihm am besten. Härte und Lautstärke verunsichern ihn dagegen. Beginne früh mit der Sozialisierung. Gewöhne ihn an verschiedene Menschen, Tiere und Situationen. Das beugt der rassetypischen Zurückhaltung vor. In der Welpenschule kann er wichtige soziale Kompetenzen lernen. Der Kromfohrländer eignet sich auch gut als erster Hund für Anfänger.
Wie sollte ein Kromfohrländer ernährt werden?
Der Kromfohrländer hat keine besonderen Ernährungsansprüche. Hochwertiges Hundefutter mit hohem Fleischanteil ist ideal. Du kannst zwischen Nass- und Trockenfutter wählen. Auch Barfen ist eine Option. Die Futtermenge richtet sich nach Größe, Alter und Aktivität. Ein erwachsener Kromfohrländer frisst etwa 200 bis 300 Gramm Trockenfutter pro Tag. Übergewicht solltest du unbedingt vermeiden. Es belastet Gelenke und Herz-Kreislauf-System. Frisches Wasser muss immer zur Verfügung stehen.
Häufig gestellte Fragen zum Kromfohrländer
Ist der Kromfohrländer ein Anfängerhund?
Ja, der Kromfohrländer eignet sich gut als erster Hund. Er ist lernwillig, anpassungsfähig und hat keinen ausgeprägten Jagdtrieb. Eine konsequente, liebevolle Erziehung vorausgesetzt, meistern auch Anfänger das Zusammenleben problemlos.
Kann man den Kromfohrländer in einer Wohnung halten?
Ja, der Kromfohrländer eignet sich auch für die Wohnungshaltung. Er ist ruhig im Haus und bellt wenig. Voraussetzung sind ausreichend tägliche Spaziergänge und geistige Beschäftigung.
Wie viel haart der Kromfohrländer?
Der Kromfohrländer haart moderat. Die Glatthaar-Variante haart etwas mehr als die Rauhhaar-Variante. Regelmäßiges Bürsten reduziert lose Haare in der Wohnung deutlich.
Versteht sich der Kromfohrländer mit anderen Hunden?
Bei guter Sozialisierung kommt der Kromfohrländer mit anderen Hunden gut aus. Er ist nicht dominant und zeigt selten Aggression. Frühzeitige Kontakte zu Artgenossen sind jedoch wichtig.
Kann man den Kromfohrländer alleine lassen?
Der Kromfohrländer bleibt ungern lange allein. Er bindet sich stark an seine Menschen. Mit Training kannst du ihn an kurze Abwesenheiten gewöhnen. Mehr als vier bis fünf Stunden sollten es nicht sein.
Wie alt wird ein Kromfohrländer?
Der Kromfohrländer hat eine Lebenserwartung von 13 bis 15 Jahren. Bei guter Gesundheitsvorsorge und artgerechter Haltung können einzelne Hunde auch älter werden.
Gibt es den Kromfohrländer im Tierheim?
Kromfohrländer im Tierheim sind sehr selten. Der Rassezuchtverein ProKromfohrländer vermittelt gelegentlich Hunde, die abgegeben werden. Eine Nachfrage dort lohnt sich auf jeden Fall.
Hat der Kromfohrländer Jagdtrieb?
Der Jagdtrieb des Kromfohrländers ist gering. Das unterscheidet ihn von vielen anderen Terrierrassen. Dennoch solltest du ihn nicht ohne Training im Wald frei laufen lassen.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 192 – Kromfohrländer
- ProKromfohrländer e.V. – Rassezuchtverein
- VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) – Rassebeschreibung Kromfohrländer
- Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH)