Pharaonenhund
Du bist fasziniert von eleganten und athletischen Hunden? Der Pharaonenhund ist eine der ältesten Hunderassen der Welt. Mit seinem schlanken Körperbau und den großen Stehohren erinnert er an antike ägyptische Darstellungen. Doch dieser Hund stammt gar nicht aus Ägypten. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über den Pharaonenhund.
Steckbrief Pharaonenhund
- Größe: 53–63 cm
- Gewicht: 18–27 kg
- Lebenserwartung: 12–14 Jahre
- FCI-Gruppe: Spitze und Hunde vom Urtyp (Gruppe 5)
- Herkunft: Malta
- Fell: Kurz, glänzend, fein
- Farben: Tan/Rostrot mit weißen Abzeichen
- Charakter: Freundlich, intelligent, aktiv
- Bewegungsbedarf: Hoch
- Pflegeaufwand: Niedrig
- Familientauglichkeit: Gut
- Für Anfänger geeignet: Bedingt

Woher kommt der Pharaonenhund wirklich?
Trotz seines Namens stammt der Pharaonenhund nicht aus Ägypten. Seine Heimat ist Malta, wo er als Nationalhund gilt. Dort ist er als „Kelb tal-Fenek“ bekannt, was Kaninchenhund bedeutet. Seit Jahrhunderten nutzen maltesische Jäger ihn für die Kaninchenjagd.
Die Ähnlichkeit mit altägyptischen Hunddarstellungen ist dennoch verblüffend. Grabmalereien zeigen Hunde, die dem Pharaonenhund verblüffend ähneln. Genetische Untersuchungen zeigen jedoch keine direkte Verbindung zum alten Ägypten. Die Rasse entwickelte sich auf Malta über Jahrtausende in relativer Isolation.
In den 1960er-Jahren gelangten die ersten Pharaonenhunde nach Großbritannien. Von dort aus verbreiteten sie sich in ganz Europa und Nordamerika. Bis heute ist die Rasse jedoch relativ selten geblieben. Das macht sie umso besonderer für Liebhaber außergewöhnlicher Hunderassen.
Was macht den Charakter des Pharaonenhundes so besonders?
Der Pharaonenhund ist ein freundlicher und aufgeschlossener Hund. Er begegnet Menschen und anderen Hunden meist mit natürlicher Neugierde. Aggressives Verhalten ist ihm weitgehend fremd. Seine sanfte Art macht ihn zu einem angenehmen Begleiter im Alltag.
Eine besondere Eigenschaft ist sein „Erröten“. Bei Aufregung oder Freude verfärben sich Nase und Ohren rötlich. Dieses Phänomen ist bei kaum einer anderen Rasse zu beobachten. Es zeigt die emotionale Tiefe dieser faszinierenden Rasse.
Gleichzeitig besitzt der Pharaonenhund einen starken Jagdinstinkt. Dieser Trieb ist genetisch tief verankert und lässt sich kaum abtrainieren. Bei Spaziergängen in der Natur ist deshalb Vorsicht geboten. Ein sicherer Rückruf ist unerlässlich, aber nicht immer garantiert.
Seine Intelligenz ist beeindruckend. Er lernt schnell und löst Probleme eigenständig. Das kann manchmal auch herausfordernd sein. Ein gelangweilter Pharaonenhund findet kreative Wege, sich selbst zu beschäftigen.
Wie viel Bewegung braucht ein Pharaonenhund?
Der Pharaonenhund hat einen hohen Bewegungsbedarf. Mindestens eineinhalb Stunden aktive Bewegung pro Tag sind notwendig. Er liebt das Laufen und Sprinten in vollem Tempo. Ein eingezäuntes Gelände zum freien Laufen ist ideal.
Neben körperlicher Bewegung braucht er auch geistige Stimulation. Suchspiele und Nasenarbeit eignen sich hervorragend. Coursing (Hasenrennen mit Attrappe) ist sein absoluter Lieblingssport. Auch Agility macht dem wendigen Hund große Freude.
Im Garten sollte der Zaun mindestens 1,80 Meter hoch sein. Der Pharaonenhund ist ein ausgezeichneter Springer. Einige Exemplare überwinden problemlos Hindernisse von 1,50 Metern. Unterschätze niemals seine athletischen Fähigkeiten.
Wie aufwendig ist die Pflege des Pharaonenhundes?
Die Pflege des Pharaonenhundes ist erfreulich unkompliziert. Sein kurzes, feines Fell benötigt nur minimale Aufmerksamkeit. Einmal wöchentliches Bürsten mit einem Gummistriegel genügt. Damit entfernst du lose Haare und förderst die Durchblutung der Haut.
Der Pharaonenhund haart moderat über das ganze Jahr. Einen starken Fellwechsel wie bei nordischen Rassen gibt es nicht. Baden ist nur selten nötig, etwa bei starker Verschmutzung. Seine Haut ist empfindlich, verwende deshalb milde Pflegeprodukte.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die großen Ohren. Kontrolliere sie wöchentlich auf Verschmutzungen und Entzündungszeichen. Auch die Krallen solltest du regelmäßig prüfen. Bei ausreichender Bewegung auf hartem Untergrund nutzen sie sich natürlich ab.

Welche Gesundheitsprobleme können beim Pharaonenhund auftreten?
Der Pharaonenhund ist eine bemerkenswert gesunde Rasse. Durch die isolierte Zucht auf Malta blieb der Genpool relativ sauber. Dennoch gibt es einige Punkte, auf die du achten solltest.
Gelenkserkrankungen wie Hüft- und Ellbogendysplasie sind selten, aber möglich. Beim Züchter sollten Röntgenuntersuchungen der Elterntiere vorliegen. Auch Augenerkrankungen kommen gelegentlich vor. Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt sind empfehlenswert.
Der Pharaonenhund ist kälteempfindlich. Sein dünnes Fell bietet wenig Isolierung bei niedrigen Temperaturen. Im Winter benötigt er einen Hundemantel bei Spaziergängen. Auch zugige Schlafplätze solltest du vermeiden.
Was frisst der Pharaonenhund am liebsten?
Der Pharaonenhund hat einen schnellen Stoffwechsel. Er braucht energiereiches und hochwertiges Futter. Proteinreiches Futter mit mindestens 25 Prozent Fleischanteil ist ideal. Achte auf hochwertige tierische Proteinquellen als Hauptzutat.
Die Futtermenge richtet sich nach Aktivitätslevel und Gewicht. Ein aktiver Pharaonenhund benötigt etwa 250 bis 350 Gramm Trockenfutter täglich. Teile die Ration auf zwei Mahlzeiten auf. Zwischen Fütterung und Bewegung sollte eine Ruhephase liegen.
Der Pharaonenhund neigt nicht zu Übergewicht. Sein aktiver Lebensstil verbrennt viele Kalorien. Dennoch solltest du das Gewicht regelmäßig kontrollieren. Die Rippen sollten bei leichtem Druck fühlbar sein.
Passt der Pharaonenhund zu dir und deiner Familie?
Der Pharaonenhund eignet sich für aktive Menschen mit Hundeerfahrung. Er braucht viel Bewegung und eine sichere Umgebung. Ein Haus mit eingezäuntem Garten ist die ideale Wohnform. In der Stadtwohnung kann er sich eingeschränkt fühlen.
Mit Kindern kommt der Pharaonenhund gut zurecht. Er ist geduldig und spielfreudig. Sehr kleine Kinder sollten jedoch beaufsichtigt werden. Der Hund ist sensibel und mag keinen groben Umgang.
Andere Hunde akzeptiert er in der Regel problemlos. Bei kleinen Haustieren wie Kaninchen oder Katzen ist Vorsicht geboten. Sein Jagdinstinkt kann auch nach Jahren noch durchbrechen. Eine gemeinsame Aufzucht vom Welpenalter an erhöht die Chancen auf friedliches Zusammenleben.
Der Preis für einen Pharaonenhund-Welpen liegt zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Die Rasse ist selten, Wartezeiten sind üblich. Kontaktiere den VDH für eine Liste anerkannter Züchter in Deutschland.
Häufig gestellte Fragen zum Pharaonenhund
Warum heißt der Pharaonenhund so?
Der Name stammt von seiner Ähnlichkeit mit Hunden auf altägyptischen Darstellungen. Genetisch besteht jedoch keine direkte Verbindung zum alten Ägypten. Er stammt tatsächlich von Malta.
Können Pharaonenhunde wirklich erröten?
Ja, bei Aufregung oder Freude verfärben sich Nase und Ohren rötlich. Dieses „Blushing“ ist ein einzigartiges Merkmal der Rasse. Es entsteht durch verstärkte Durchblutung.
Ist der Pharaonenhund ein Windhund?
Nein, die FCI ordnet ihn den Spitzen und Hunden vom Urtyp zu. Er zeigt jedoch windhundähnliche Eigenschaften wie Schnelligkeit und Jagdtrieb. Funktionell wird er manchmal als Sighthound betrachtet.
Kann man den Pharaonenhund frei laufen lassen?
Nur in sicher eingezäunten Bereichen. Sein Jagdinstinkt ist extrem stark und kaum kontrollierbar. Im offenen Gelände besteht immer das Risiko, dass er Wild verfolgt.
Braucht der Pharaonenhund im Winter einen Mantel?
Ja, bei Temperaturen unter 5 Grad Celsius ist ein Hundemantel empfehlenswert. Sein kurzes, dünnes Fell bietet wenig Schutz vor Kälte. Er stammt aus dem warmen Mittelmeerklima.
Wie selten ist der Pharaonenhund in Deutschland?
Der Pharaonenhund ist in Deutschland sehr selten. Pro Jahr gibt es nur wenige Würfe. Die Suche nach einem seriösen Züchter erfordert Geduld und Wartebereitschaft.
Bellt der Pharaonenhund viel?
Der Pharaonenhund kann durchaus bellfreudig sein. Er meldet gerne Besucher und ungewöhnliche Geräusche. Mit konsequenter Erziehung lässt sich das Bellen auf ein angemessenes Maß reduzieren.
Wie hoch muss der Gartenzaun für einen Pharaonenhund sein?
Mindestens 1,80 Meter Höhe sind empfehlenswert. Der Pharaonenhund ist ein hervorragender Springer. Manche Exemplare überwinden sogar Zäune von 1,50 Metern ohne Anlauf.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 248 – Pharaonenhund (Pharaoh Hound)
- VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen: Rassebeschreibung Pharaonenhund
- The Kennel Club UK – Breed Information: Pharaoh Hound
- American Kennel Club – Pharaoh Hound Breed Standard
- Pharaoh Hound Club of America – Breed Health Information