Steirische Rauhhaarbracke
Steirische Rauhhaarbracke – Steckbrief
Die Steirische Rauhhaarbracke ist eine österreichische Jagdhunderasse, die für das schwierige Gelände der Steiermark und der Alpen gezüchtet wurde. Ihr raues, wetterfestes Fell und ihr ausdauernder Charakter machen sie zu einem verlässlichen Jagdbegleiter.
Herkunft und Geschichte
Die Rasse wurde im 19. Jahrhundert in der Steiermark von Carl Peintinger durch Kreuzung des Istrischen Rauhhaarhundes mit der Hanoverian Hound entwickelt. Ziel war ein robuster Jagdhund für das alpenländische Berggelände. Die Steirische Rauhhaarbracke ist seit 1889 als Rasse anerkannt und gehört zu den ältesten österreichischen Jagdhundrassen.
Aussehen und Größe
Mittelgroß, mit einer Schulterhöhe von 45 bis 53 cm und einem Gewicht von 15 bis 18 kg. Das charakteristische raue, struppige Fell ist rot oder gelbrot, oft mit weißem Stern auf der Brust. Die Ohren sind mittelgroß und hängend. Der Körper ist kräftig und muskulös, ideal für Berggelände.
Charakter und Wesen
Die Steirische Rauhhaarbracke ist mutig, ausdauernd und arbeitswillig. Im Umgang mit Menschen ist sie anhänglich und loyal. Sie ist ein ruhiger, ausgeglichener Hund – weder übertrieben nervös noch phlegmatisch. Ihr Brackengeläut auf der Fährte ist typisch und melodisch.
Haltung und Auslastung
Diese Rasse braucht viel Bewegung und Nasenarbeit. Täglich ausgedehnte Spaziergänge in der Natur sind Pflicht. Für die Stadthaltung ist sie nicht geeignet. Ein Garten und Zugang zur freien Natur sind ideal.
Erziehung
Intelligent und lernwillig, aber mit eigenem Willen. Konsequente, liebevolle Führung ist wichtig. Frühe Sozialisation ist entscheidend. Positive Trainingsmethoden zeigen die besten Ergebnisse.
Gesundheit und Pflege
Sehr robuste Rasse, Lebenserwartung 12–14 Jahre. Das raue Fell schützt gut vor Kälte und Nässe. Regelmäßiges Trimmen oder Bürsten nötig. Ohren kontrollieren, Zeckencheck nach Ausflügen.
Für wen eignet sich diese Rasse?
Ideal für Jäger im Gebirge und aktive Menschen in ländlicher Umgebung. Kein Stadthund – braucht Raum und Aufgaben.
Jagdeigenschaften der Steirischen Rauhhaarbracke
Die Steirische Rauhhaarbracke wird in ihrer österreichischen Heimat für alle Bracken-Jagdarten eingesetzt. Sie spürt Wild auf der Fährte auf, treibt es mit lautem Geläut vor den Schützen und kann auch für Schweißarbeit auf krankes Wild eingesetzt werden. Ihr raues Fell schützt sie in dichtem Unterholz und bei schlechtem Wetter.
Sozialverhalten und Charakter im Alltag
Die Steirische Rauhhaarbracke ist ruhiger und ausgeglichener als manche andere Brackenrassen. Sie ist loyal und anhänglich gegenüber ihrer Familie und kann gut mit Kindern umgehen. Gegenüber Fremden ist sie aufmerksam, aber nicht aggressiv. Mit anderen Hunden ist sie verträglich, besonders wenn früh sozialisiert.
Züchter und Seltenheit
Die Steirische Rauhhaarbracke ist auch in ihrer österreichischen Heimat eine seltene Rasse. Züchter sind beim Österreichischen Jagdspaniel- und Brackenclub registriert. Welpenpreise liegen bei 700 bis 1.200 Euro. Wartezeiten auf Welpen sind möglich.
Kosten und Pflege
Das raue Fell ist pflegeleicht, muss aber gelegentlich getrimmt werden. Monatliche Kosten ca. 80 bis 140 Euro. Ohren regelmäßig reinigen. Sehr robuste Rasse mit geringem Gesundheitsaufwand.
Fazit
Die Steirische Rauhhaarbracke ist ein österreichisches Kulturgut – eine alte, bewährte Jagdhunderasse, die in ihrer Heimat sehr geschätzt wird. Für Jäger und Naturmenschen in den Alpenländern eine hervorragende, charaktervolle Wahl.
Tipps für angehende Halter
Wer sich für diese Rasse interessiert, sollte sich vor dem Kauf gut informieren und am besten einen erfahrenen Züchter oder Rasseclub kontaktieren. Ein persönlicher Besuch beim Züchter gibt wertvolle Einblicke in die Haltungsbedingungen, das Wesen der Elterntiere und den Charakter der Welpen. Seriöse Züchter legen großen Wert auf Gesundheitsscreenings, Sozialisation der Welpen und geben diese erst mit mindestens 8 Wochen ab.
Wichtig ist auch, dass künftige Halter ihre eigene Lebenssituation ehrlich einschätzen: Steht täglich ausreichend Zeit für Bewegung und Beschäftigung zur Verfügung? Gibt es einen Garten oder regelmäßigen Zugang zur Natur? Passen der Bewegungsdrang und der Charakter der Rasse zur eigenen Persönlichkeit und zum Alltag?
Grundausstattung und laufende Kosten
Zur Grundausstattung gehören Hundekorb oder Hundebox, Leinen und Halsband oder Geschirr, Fressnäpfe, Spielzeug und Pflegeutensilien. Diese einmaligen Anschaffungskosten liegen je nach Qualität zwischen 150 und 400 Euro. Dazu kommen laufende monatliche Kosten für Futter (je nach Größe 40–80 Euro), Tierarztvorsorge (Impfungen, Parasitenschutz: ca. 30–50 Euro monatlich als Rücklage), Versicherung (ca. 15–30 Euro) sowie gelegentliche Kosten für Hundesport, Ausrüstung oder Hundetraining.
Ein Notgroschen für unerwartete Tierarztkosten ist ebenfalls empfehlenswert. Als grobe Daumenregel sollten Hundehalter mindestens 1.000 bis 1.500 Euro pro Jahr für laufende Kosten einplanen – bei größeren Rassen oder intensiver Jagdnutzung auch mehr.