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Whippet

Whippet

Whippet beim Laufen auf einer Wiese

Der Whippet ist ein eleganter Windhund mit einem sanften und ruhigen Wesen. Er vereint sportliche Höchstleistung mit gemütlicher Couchliebe. In der Wohnung liegt er am liebsten auf dem Sofa. Draußen kann er Geschwindigkeiten von bis zu 56 km/h erreichen. Diese Kombination macht ihn zu einem idealen Begleiter für viele Lebenssituationen. In diesem Ratgeber erfährst du alles über den Charakter, die Haltung und die Pflege des Whippets.

Steckbrief Whippet

Größe 44–51 cm
Gewicht 6–14 kg
Lebenserwartung 12–15 Jahre
FCI-Gruppe Windhunde (Gruppe 10)
Herkunft Großbritannien
Fell Kurz, fein, dicht
Farben Alle Farben und Farbkombinationen
Charakter Sanft, ruhig, schnell
Bewegungsdrang Mittel
Pflegeaufwand Niedrig
Familientauglichkeit Sehr gut
Anfängergeeignet Ja

Woher stammt der Whippet und wie entstand die Rasse?

Der Whippet entstand im 19. Jahrhundert in Nordengland. Bergarbeiter und Fabrikarbeiter züchteten ihn als „Rennhund des kleinen Mannes“. Sie kreuzten kleine Greyhounds mit Terriern und anderen flinken Hunden. Das Ziel war ein schneller, aber günstig zu haltender Rennhund. Whippet-Rennen waren ein beliebter Wochenendsport der Arbeiterklasse. Der Name „Whippet“ leitet sich vermutlich vom englischen „whip it“ ab. Das bedeutet so viel wie „peitsch ihn“ und bezieht sich auf seine Schnelligkeit. 1891 erkannte der britische Kennel Club den Whippet als eigenständige Rasse an. Heute ist er weltweit als eleganter Begleithund geschätzt.

Was macht den Charakter des Whippets aus?

Der Whippet ist ein Hund der Kontraste. Draußen ist er ein leidenschaftlicher Sprinter und Jäger. In der Wohnung verwandelt er sich in den perfekten Couchpartner. Er ist sanft, ruhig und unglaublich anhänglich. Seinem Menschen gegenüber zeigt er eine tiefe Zuneigung. Er sucht ständig Körperkontakt und kuschelt gerne unter Decken. Der Whippet ist sensibel und reagiert auf Stimmungen seiner Menschen. Lautes Schimpfen oder harter Umgangston verunsichern ihn. Er ist freundlich zu anderen Menschen und Hunden. Sein ruhiges Wesen macht ihn zu einem angenehmen Begleiter im Alltag. In der Wohnung bellt er kaum und verhält sich unauffällig.

Wie viel Bewegung braucht ein Whippet wirklich?

Der Bewegungsbedarf des Whippets wird oft überschätzt. Eine bis eineinhalb Stunden Auslauf pro Tag genügen ihm. Entscheidend ist die Qualität der Bewegung. Er braucht die Möglichkeit, regelmäßig frei zu sprinten. Ein eingezäuntes Gelände für Freilauf ist ideal. Kurze, intensive Sprints sind ihm lieber als stundenlanges Wandern. Zwischen den Aktivitäten ruht er ausgiebig. Whippets schlafen bis zu 18 Stunden am Tag. Das ist für Windhunde völlig normal. Coursing und Rennbahnsport sind ideale Beschäftigungen für ihn. Auch Agility kann ihm Spaß machen. Bei Kälte und Nässe zeigt er sich allerdings wenig begeistert.

⚠️ Wichtig: Whippets haben einen starken Jagdtrieb. Sie reagieren auf Sicht und können blitzschnell losrennen. Freilauf ist nur in sicheren, eingezäunten Bereichen empfehlenswert. Eine Schleppleine ist in offenem Gelände sinnvoll.

Whippet auf dem Sofa

Ist der Whippet der ideale Familienhund?

Der Whippet gehört zu den besten Familienhunden überhaupt. Er ist sanft und geduldig mit Kindern. Seine ruhige Art macht ihn zu einem angenehmen Mitbewohner. Er passt sich verschiedenen Lebenssituationen gut an. Auch für Erstbesitzer ist er geeignet. Er verzeiht kleine Fehler in der Erziehung. Mit anderen Hunden versteht er sich in der Regel ausgezeichnet. Besonders mit anderen Windhunden harmoniert er gut. In der Wohnung ist er ruhig und bellt kaum. Er eignet sich sogar für die Haltung in einer Stadtwohnung. Sein geringes Gewicht macht den Umgang auch für Kinder leicht.

Welche Gesundheitsthemen sind beim Whippet relevant?

Der Whippet ist eine sehr gesunde und langlebige Rasse. Schwere Erbkrankheiten kommen selten vor. Sein schlanker Körperbau macht ihn empfindlich gegenüber Kälte. Ein Hundemantel im Winter ist keine Übertreibung, sondern notwendig. Verletzungen beim Rennen können vorkommen. Zerrungen und Prellungen sind die häufigsten Sportverletzungen. Eine seltene, aber rassetypische Erkrankung ist die Bully Whippet Mutation. Betroffene Hunde entwickeln eine extreme Muskelmasse. Seriöse Züchter testen auf diese Mutation. Herzerkrankungen können im Alter auftreten. Regelmäßige Herzuntersuchungen ab dem mittleren Alter sind sinnvoll. Narkosen erfordern besondere Vorsicht wegen des niedrigen Körperfettanteils.

⚠️ Wichtig: Whippets haben sehr wenig Körperfett und reagieren empfindlich auf Narkosemittel. Informiere deinen Tierarzt immer über die Rasse. Die Dosierung muss an den geringen Fettanteil angepasst werden.

Wie einfach ist die Pflege eines Whippets?

Der Whippet ist eine der pflegeleichtesten Hunderassen. Sein kurzes, feines Fell braucht minimale Pflege. Einmal pro Woche mit einem weichen Tuch oder einer Gummibürste genügt. Er haart wenig und hat kaum Eigengeruch. Baden ist nur selten erforderlich. Seine Haut ist dünn und empfindlich. Verwende daher nur milde Hundeshampoos. Die Krallen müssen regelmäßig kontrolliert und gekürzt werden. Auch die Zähne verdienen Aufmerksamkeit. Regelmäßiges Zähneputzen beugt Zahnstein vor. Die Ohren kontrollierst du wöchentlich auf Verschmutzungen. Im Winter braucht er unbedingt einen gut sitzenden Hundemantel. Seine dünne Haut und das fehlende Unterfell bieten keinen Kälteschutz.

Was kostet ein Whippet in Anschaffung und Haltung?

Ein Whippet-Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.200 und 2.000 Euro. Die monatlichen Haltungskosten sind moderat. Sie liegen bei 60 bis 120 Euro. Sein geringes Gewicht macht die Futterkosten überschaubar. Hochwertiges Futter für 6 bis 14 kg Körpergewicht ist günstiger als für große Rassen. Eine Hundehaftpflichtversicherung kostet 40 bis 60 Euro pro Jahr. Plane Budget für einen oder zwei gute Hundemäntel ein. Diese kosten je nach Qualität 30 bis 80 Euro. Auch eine gemütliche, gepolsterte Liegefläche ist wichtig. Whippets brauchen weiche Unterlagen für ihre knochigen Körper. Die Tierarztkosten sind dank seiner guten Gesundheit oft gering.

Welche Besonderheiten hat die Ernährung des Whippets?

Der Whippet neigt nicht zu Übergewicht. Sein Stoffwechsel ist schnell und effizient. Dennoch solltest du auf eine hochwertige Ernährung achten. Ein proteinreiches Futter unterstützt seinen athletischen Körperbau. Zwei Mahlzeiten pro Tag sind besser als eine große Portion. Sein schlanker Körperbau ist normal und kein Zeichen von Unterernährung. Zwei bis drei Rippen dürfen beim Whippet sichtbar sein. Das gehört zum rassetypischen Erscheinungsbild. Manche Whippets sind wählerische Esser. Abwechslung im Futter kann die Akzeptanz verbessern. Frisches Wasser sollte immer bereitstehen. Vor und nach intensiver Bewegung sollte er nicht gefüttert werden.

Häufige Fragen zum Whippet

Wie schnell kann ein Whippet laufen?

Der Whippet erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 56 km/h. Damit ist er die schnellste Hunderasse seiner Größenklasse. Er beschleunigt extrem schnell und erreicht seine Höchstgeschwindigkeit in wenigen Sekunden.

Ist der Whippet ein guter Anfängerhund?

Ja, der Whippet eignet sich gut für Erstbesitzer. Er ist sanft, anpassungsfähig und verzeiht kleine Erziehungsfehler. Sein ruhiges Wesen macht den Einstieg leicht.

Kann der Whippet in einer Wohnung leben?

Ja, der Whippet eignet sich hervorragend für die Wohnungshaltung. In der Wohnung ist er ruhig und bellt kaum. Er braucht nur seinen täglichen Auslauf draußen.

Braucht ein Whippet wirklich einen Mantel?

Ja, im Winter ist ein Hundemantel für den Whippet wichtig. Sein kurzes Fell und der geringe Körperfettanteil bieten keinen Kälteschutz. Bei Temperaturen unter 5 Grad ist ein Mantel empfehlenswert.

Ist mein Whippet zu dünn?

Whippets sehen von Natur aus schlank aus. Zwei bis drei sichtbare Rippen sind rassetypisch und normal. Nur wenn Hüftknochen und Wirbelsäule stark hervorstehen, ist der Hund zu dünn.

Versteht sich der Whippet mit Katzen?

Das ist individuell verschieden. Sein Jagdtrieb kann bei Katzen problematisch sein. Wächst er mit einer Katze auf, kann das Zusammenleben gut funktionieren. Fremde Katzen draußen wird er aber jagen.

Wie viel schläft ein Whippet am Tag?

Whippets schlafen bis zu 18 Stunden am Tag. Das ist für Windhunde völlig normal. Zwischen kurzen, intensiven Aktivitätsphasen ruhen sie gerne ausgiebig.

Haart der Whippet stark?

Nein, der Whippet haart sehr wenig. Sein kurzes, feines Fell verliert kaum Haare. Das macht ihn auch für ordnungsliebende Menschen zu einem angenehmen Mitbewohner.

Quellen

  • FCI-Rassestandard Nr. 162: Whippet
  • Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH): Whippet Rassebeschreibung
  • Mosher, D.S. et al. (2007): A mutation in the myostatin gene increases muscle mass and enhances racing performance in heterozygote dogs. PLoS Genetics.
  • Deutscher Windhundzucht- und Rennverband (DWZRV): Whippet Zuchtrichtlinien
  • The Whippet Club (UK): Breed Information and Health

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