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Kaninchen impfen: Welche Impfungen sind sinnvoll & was kosten sie?

Kaninchen impfen: Welche Impfungen sind sinnvoll & was kosten sie?

Kaninchen impfen oder nicht? Diese Frage stellen sich viele Kaninchenhalter. Die Antwort von Tierärzten ist eindeutig: Ja, Kaninchen sollten geimpft werden. Das gilt auch für Tiere, die ausschließlich in der Wohnung leben.

Zwei Viruserkrankungen bedrohen Kaninchen besonders: Myxomatose (eine durch Stechmücken übertragene Viruserkrankung) und RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease, eine hochansteckende Virusinfektion). Beide Krankheiten verlaufen in den meisten Fällen tödlich. Eine wirksame Behandlung gibt es nicht.

Dieser Artikel erklärt dir, welche Impfungen sinnvoll sind und wann sie gegeben werden. Du erfährst auch, was die Impfungen kosten und worauf du bei der Nachsorge achten solltest. So kannst du deinem Kaninchen den bestmöglichen Schutz bieten.

Impfschutz rettet Leben
Myxomatose und RHD verlaufen meist tödlich. Eine Impfung ist die einzige wirksame Vorbeugung.

Auch für Wohnungskaninchen
Stechmücken fliegen durch offene Fenster. Es gibt kein Null-Risiko in der Wohnung.

Auffrischung notwendig
Impfschutz hält nicht lebenslang. Regelmäßige Auffrischungen sind Pflicht.

Welche Impfungen braucht ein Kaninchen?

Die zwei wichtigsten Impfungen schützen gegen Myxomatose und RHD. Myxomatose wird hauptsächlich durch Stechmücken und Flöhe übertragen. Die Erkrankung verursacht schwere Schwellungen an Augen, Ohren und im Genitalbereich. Ohne Behandlung stirbt das Kaninchen innerhalb von ein bis zwei Wochen.

RHD und die neuere Variante RHD2 sind hochinfektiöse Viruserkrankungen. Sie greifen die Leber an und verursachen innere Blutungen. Der Tod tritt oft innerhalb von 24 bis 72 Stunden ein. Viele Kaninchen sterben plötzlich ohne vorherige Symptome.

Aktuelle Kombinationsimpfstoffe wie Nobivac Myxo-RHD PLUS decken beide Erkrankungen und beide RHD-Stämme in einer einzigen Injektion ab. Das bedeutet weniger Stress für dein Kaninchen und weniger Tierarztbesuche für dich.

In manchen Regionen empfehlen Tierärzte zusätzlich eine separate RHD2-Impfung, da dieser Virusstamm besonders aggressiv ist. Sprich mit deinem Tierarzt über die aktuelle Seuchenlage in deiner Region.

Kaninchen Impfung Tierarzt Vorsorge

Wann wird die erste Impfung gegeben?

Die Grundimmunisierung beginnt in der Regel ab der sechsten bis zehnten Lebenswoche. Dein Tierarzt wird das Kaninchen vorher gründlich untersuchen. Nur gesunde Tiere sollten geimpft werden.

Nach vier Wochen folgt eine Auffrischungsimpfung. Erst danach ist der volle Impfschutz aufgebaut. In dieser Übergangszeit solltest du dein Kaninchen besonders vor Mücken schützen.

Danach wird jährlich aufgefrischt. Bei hohem Mückenaufkommen in deiner Region empfehlen viele Tierärzte eine halbjährliche Auffrischung gegen Myxomatose. Dein Tierarzt kennt die lokale Seuchenlage und kann dir den optimalen Impfplan empfehlen.

Impfplan Kaninchen im Überblick
Ab 6. bis 10. Lebenswoche: Grundimmunisierung. Nach 4 Wochen: Auffrischung. Danach: jährlich (bei hohem Mückenaufkommen halbjährlich). Kosten pro Impfung: 25 bis 40 Euro (Kombipräparat 40 bis 60 Euro).

Warum müssen auch Wohnungskaninchen geimpft werden?

Stechmücken gelangen problemlos durch geöffnete Fenster und Türen in die Wohnung. Eine einzige infizierte Mücke reicht aus, um Myxomatose zu übertragen. Mückenschutzgitter können das Risiko verringern, bieten aber keinen hundertprozentigen Schutz.

RHD2 ist besonders tückisch, weil der Virus extrem umweltstabil ist. Er überlebt monatelang auf Oberflächen und kann über Heu, Stroh, Kleidung oder Schuhsohlen in die Wohnung eingeschleppt werden. Du selbst kannst den Virus übertragen, ohne es zu bemerken.

Auch der Kontakt zu Wildkaninchen spielt eine Rolle. Wenn du in einem Gebiet lebst, in dem Wildkaninchen vorkommen, ist das Risiko besonders hoch. Die Viren können über die Luft und über Insekten weite Strecken zurücklegen.

Das Risiko für Wohnungskaninchen ist zwar geringer als für Freilandkaninchen. Trotzdem ist es real und nicht zu unterschätzen. Die Impfung ist der einzige zuverlässige Schutz.

Kaninchen gesund Fell Impfung Schutz

Wie verläuft eine Myxomatose-Erkrankung?

Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und ersten Symptomen) beträgt bei Myxomatose drei bis zehn Tage. Zunächst schwellen die Augenlider an und das Kaninchen wirkt müde. Dann bilden sich Schwellungen an Nase, Ohren, Lippen und im Genitalbereich.

Im weiteren Verlauf kann das Kaninchen nicht mehr sehen und kaum noch fressen. Es magert ab und wird apathisch. Die meisten ungeimpften Kaninchen sterben innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen. Eine Heilung ist in den allermeisten Fällen nicht möglich.

Geimpfte Kaninchen können sich zwar auch infizieren, zeigen aber meist nur milde Symptome. Der Impfschutz verhindert einen schweren Verlauf in circa 95 Prozent der Fälle.

Wie verläuft eine RHD-Erkrankung?

RHD verläuft noch dramatischer als Myxomatose. Bei der perakuten Form (besonders schnell verlaufend) stirbt das Kaninchen innerhalb weniger Stunden, oft ohne vorherige Anzeichen. Das Tier wird plötzlich bewusstlos oder zeigt Krämpfe.

Bei der akuten Form zeigen sich Fieber, Appetitlosigkeit und Blutungen aus Nase oder Mund. Die Leber versagt innerhalb von ein bis drei Tagen. Die Sterblichkeitsrate bei ungeimpften Kaninchen liegt bei über 90 Prozent.

RHD2 verläuft etwas langsamer, ist aber ebenfalls meist tödlich. Symptome können Gelbsucht (erkennbar an gelben Ohren), Abmagerung und Lethargie sein. Manche Kaninchen überleben eine RHD2-Infektion, bleiben aber Virusträger und können andere Tiere anstecken.

Wichtig bei RHD2-Ausbrüchen
Wenn in deiner Region ein RHD2-Ausbruch gemeldet wird, kontaktiere sofort deinen Tierarzt. Ein nicht aufgefrischter Impfschutz kann in solchen Situationen unzureichend sein. Beschränke den Freilauf deines Kaninchens und wechsle die Schuhe, bevor du das Gehege betrittst.

Was kostet die Kaninchen-Impfung?

Eine einzelne Impfung kostet zwischen 25 und 40 Euro. Kombinationsimpfstoffe, die gegen Myxomatose und beide RHD-Stämme gleichzeitig schützen, kosten 40 bis 60 Euro pro Injektion.

Hinzu kommt die Untersuchungsgebühr, die der Tierarzt vor jeder Impfung berechnet. Diese liegt üblicherweise bei 15 bis 30 Euro. Die jährlichen Gesamtkosten für den Grundschutz liegen damit bei circa 60 bis 120 Euro pro Kaninchen.

Im Vergleich dazu kostet eine Behandlung der Erkrankungen deutlich mehr. Intensivmedizinische Betreuung bei Myxomatose kann mehrere hundert Euro kosten, ohne Erfolgsgarantie. Die Impfung ist also nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich.

Kostenvergleich Impfung versus Behandlung
Jährliche Impfkosten: 60 bis 120 Euro. Behandlung Myxomatose (oft aussichtslos): 200 bis 500 Euro. Vorsorge ist deutlich günstiger als Nachsorge.

Wie bereitest du dein Kaninchen auf die Impfung vor?

Vor der Impfung sollte dein Kaninchen gesund und fit sein. Ein Tier mit Schnupfen, Durchfall oder Parasitenbefall sollte nicht geimpft werden. Der Körper braucht alle Energie, um eine gute Immunantwort aufzubauen.

Entwurme dein Kaninchen idealerweise zwei Wochen vor dem Impftermin. So belastet die Entwurmung den Körper nicht gleichzeitig mit der Impfung. Dein Tierarzt kann dir das passende Präparat empfehlen.

Am Tag der Impfung solltest du dein Kaninchen normal füttern. Nüchternheit ist bei Kaninchenimpfungen nicht notwendig. Transportiere das Tier stressfrei in einer gut belüfteten Transportbox mit Heu und einem vertrauten Tuch.

Worauf solltest du nach der Impfung achten?

Nach der Impfung kann dein Kaninchen für ein bis zwei Tage etwas ruhiger sein. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. An der Einstichstelle kann eine kleine Schwellung entstehen, die innerhalb weniger Tage von selbst verschwindet.

Vermeide in den ersten Tagen nach der Impfung besonderen Stress. Kein Transport, keine Vergesellschaftung mit neuen Tieren und keine größeren Veränderungen im Gehege. Dein Kaninchen braucht Ruhe, um den Impfschutz aufzubauen.

In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auftreten. Anzeichen dafür sind starke Schwellung im Gesicht, Atemnot oder plötzliche Teilnahmslosigkeit. Zeigt dein Kaninchen solche Symptome, kontaktiere sofort deinen Tierarzt.

Gibt es Erkrankungen, gegen die nicht geimpft werden kann?

Gegen Encephalitozoon cuniculi (ein Parasit, der das Nervensystem befällt) gibt es keinen Impfstoff. Symptome sind Kopfschiefhaltung, Gleichgewichtsstörungen und Lähmungen. Vorbeugung ist durch regelmäßige Gabe von Fenbendazol (einem Anti-Parasitenmittel) möglich. Sprich mit deinem Tierarzt über ein geeignetes Behandlungsschema.

Auch gegen Pasteurellose (eine bakterielle Atemwegserkrankung, auch Kaninchenschnupfen genannt) gibt es keinen zuverlässigen Impfstoff. Gute Hygiene, staubfreies Heu und Zugluftschutz sind hier die beste Vorbeugung.

Wie findest du den richtigen Tierarzt für die Kaninchenimpfung?

Nicht jeder Tierarzt hat umfangreiche Erfahrung mit Kaninchen. Suche gezielt nach einem Tierarzt, der sich auf Kleintiere oder Heimtiere spezialisiert hat. Kaninchenvereine und Online-Foren können gute Empfehlungen geben.

Ein guter Kaninchenarzt untersucht dein Tier vor jeder Impfung gründlich. Er prüft Zähne, Augen, Ohren und tastet den Bauch ab. Außerdem berät er dich zum optimalen Impfschema für deine Region und informiert dich über aktuelle Seuchenausbrüche.

Frage bei deinem Tierarzt nach einem Impfpass für dein Kaninchen. Dort werden alle Impfungen mit Datum und Chargennummer dokumentiert. So behältst du den Überblick und vergisst keine Auffrischung. Manche Tierarztpraxen bieten auch einen Erinnerungsservice per SMS oder E-Mail an, der dich rechtzeitig an den nächsten Termin erinnert.

Kein Impfstoff gegen alles
Gegen Encephalitozoon cuniculi gibt es keinen Impfstoff. Vorbeugung durch Anti-Parasitenmittel (Fenbendazol) ist möglich. Sprich mit deinem Tierarzt über das passende Vorgehen.
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Quellen

VETTY — Dein Tier-Assistent

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