Kolik beim Pferd: Symptome, Erste Hilfe & wann zum Tierarzt
Kolik beim Pferd ist einer der häufigsten und gefürchtetsten Notfälle in der Pferdehaltung. Bauchschmerzen beim Pferd können lebensbedrohlich werden – und von der harmlosen Windflucht bis zur tödlichen Darmverlagerung reichen. Was du erkennen musst, was du sofort tun kannst und wann der Tierarzt kommt, erklärt dieser Artikel.
Notfall
Kolik immer ernst nehmen – nie abwarten und schlafen
Tierarzt
Bei Kolik-Verdacht sofort anrufen, auch nachts
Erkennen
Typische Zeichen: Unruhe, Scharren, Flankenbeschau, kein Kot
Nicht geben
Keine Schmerzmittel ohne Tierarzt – maskiert Symptome
Was ist Kolik beim Pferd?
Kolik ist ein Sammelbegriff für abdominale Schmerzen beim Pferd. Die Ursachen sind vielzältig: Blähhungen, Verstopfung, Darmverlagerung oder Magenüberladung. Das Pferd kann nicht erbr. – das macht Magenprobleme besonders gefährlich. Der Darm ist ein sehr empfindliches System mit langer Darmlange.
Kolik erkennen: Die Anzeichen
Typische Koliksymptome nach Schweregrad:
- Mild: Unruhe, Scharren am Boden, Flankenbeschau, reduziertes Fressen
- Mittel: Sich legen und aufstehen, Wälzen, Kicken nach dem Bauch, Schweissausbrüche
- Schwer: Anhaltendes Wälzen, kein Kotabsatz, gesteigerter Puls, blaue oder weisse Schleimhäute, Schockzeichen

Was sofort zu tun ist
- Tierarzt sofort anrufen – auch bei leichten Symptomen
- Pferd in Bewegung halten bei Windflucht – hilft Gas abzutreiben
- Futterentzug bis Tierarzt entschieden hat
- Wasser darf bleiben
- Puls messen: normal 28-40 Schläge/Min. – über 60 ist Notfall
- Kotmenge und -beschaffenheit beobachten
Keine Schmerzmittel ohne Tierarzt
Schmerzmittel wie Flunixin oder Butylscopolamin maskieren die Symptome und können eine lebensbedrohliche Verschlechterung verschleiern. Nur auf ausdreückliche Anweisung des Tierarztes verabreichen.
Die häufigsten Kolikformen
Windflucht und Blähhungen
Gasansammlung im Dickdarm. Meist mild, spricht gut auf Bewegung und Butylscopolamin an. Ursache oft Futterwechsel oder verdorbenes Futter.
Obstipationskolik
Kotstaupg im Dickdarm. Behandlung durch Schmerzmittel, Ölpflanzung und Flüssigkeitsgabe. Bei starker Verstopfung Klinikeinweisung nötig.
Darmverlagerung
Ein Teil des Darms verschiebt sich oder stranguliert – lebensbedrohlich. Erfordert Notoperation. Symptome: starke, nicht nachlassende Schmerzen, Schockzeichen.

Kolik vorbeugen
- Regelmässige Trinkwasserversorgung – besonders im Winter
- Langsame Futterwechsel – mindestens über 10-14 Tage
- Ausreichend Raufutter als Grundlage
- Regelmässige Zahnkontrolle
- Parasitenbehandlung
- Vorsicht beim Frühjahrswechsel auf Weide – Hufrehe und Kolik