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Zecken beim Pferd im Frühling: Erkennen, Entfernen & Schützen

Zecken beim Pferd im Frühling: Erkennen, Entfernen & Schützen

Der Frühling bedeutet für Pferdebesitzer auch: Zeckensaison. Mit steigenden Temperaturen werden Zecken aktiv und suchen nach Wirtstieren – und Pferde bieten ihnen eine ideale Angriffsfläche. Was viele nicht wissen: Auch Pferde können durch Zeckenstiche ernsthaft erkranken. In diesem Artikel erfährst du, wo Zecken beim Pferd sitzen, wie du sie richtig entfernst und wie du effektiv vorbeugst.

Zecken finden

Bevorzugte Stellen: Schenkelinnenseite, Bauch, Achseln, Mähne

Richtig entfernen

Zeckenzange gerade herausziehen – nie drehen oder quetschen

Vorbeugung

Repellents, tägliche Kontrolle, kurzes Gras auf der Weide

Tierarzt

Fieber, Steifheit oder Lethargie nach Zeckenbiss – sofort vorstellen

Wo sitzen Zecken beim Pferd?

Zecken suchen warme, feuchte und gut durchblutete Stellen. Beim Pferd sind das vor allem:

  • Schenkelinnenseite und Leisten: Die häufigste Fundstelle
  • Bauch und Flanken: Besonders im langen Winterfell leicht übersehen
  • Achselhöhlen: Hinter den Vordergliedmaßen
  • Kehlrinne und Halsunterseite
  • Mähne und Schweifwurzel
  • Rund um die Augen und Ohren
  • After- und Genitalbereich

Kontrolliere dein Pferd nach jedem Weidegang systematisch. Eine tägliche Abtastung ist besonders von April bis Oktober empfehlenswert.

Pferd bei der täglichen Pflege – Zeckenkontrolle einbeziehen

Welche Krankheiten können Zecken auf Pferde übertragen?

Anaplasmose (Equine Granulozytäre Anaplasmose)

Die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung beim Pferd in Europa. Erreger ist das Bakterium Anaplasma phagocytophilum, übertragen durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus). Typische Symptome erscheinen 1–2 Wochen nach dem Biss:

  • Fieber (bis 41°C)
  • Steifheit, Lahmheiten
  • Apathie und Futterverweigerung
  • Ödeme an den Beinen
  • Gelbfärbung der Schleimhäute (Ikterus)

Die Behandlung mit dem Antibiotikum Oxytetrazyklin ist effektiv, wenn frühzeitig eingeleitet. Die Prognose ist bei rechtzeitiger Behandlung gut.

Borreliose

Auch Pferde können mit Borrelia burgdorferi infiziert werden. Die Erkrankung ist beim Pferd jedoch häufig schwer zu diagnostizieren. Symptome können Lahmheiten, Gelenkschwellungen, Lethargie und Verhaltensänderungen umfassen. Ein serologischer Nachweis ist möglich, aber Kreuzreaktionen machen die Diagnose komplex.

Kosten der Anaplasmose-Behandlung

Diagnose (Blutbild, Serologie): 80–150 €
Oxytetrazyklin-Infusionen (3–7 Tage): 200–500 €
Stationäre Behandlung bei schwerem Verlauf: 800–2.500 €
Eine Pferdekrankenversicherung mit medizinischer Kolikdeckung übernimmt in der Regel auch Infektionserkrankungen.

Babesiose (Piroplasmose)

Die Pferdepirosplasmose durch Babesia caballi oder Theileria equi ist in Mitteleuropa seltener geworden, kommt aber in wärmeren Regionen und nach Reisen in den Mittelmeerraum vor. Symptome: Fieber, Anämie, Gelbsucht, dunkelroter Urin. Notfallbehandlung durch den Tierarzt erforderlich.

Zecke richtig entfernen beim Pferd

Das Prinzip ist dasselbe wie beim Hund oder Menschen:

  1. Zeckenzange oder -haken bereitstellen – keine Pinzette ohne Drehmechanismus
  2. So nah wie möglich an der Haut ansetzen
  3. Gerade herausziehen, leicht hin- und herbewegen – nie drehen
  4. Kein Öl, Klebstoff oder Alkohol auf die Zecke – das erhöht die Erregermenge im Biss
  5. Fundstelle desinfizieren und Datum + Ort notieren
  6. Zecke entsorgen – in Alkohol töten, nicht zerquetschen

Tierarzt untersucht Pferd auf Zeckenbisse

Vorbeugung: So schützt du dein Pferd

Repellents für Pferde

Es gibt spezielle Zeckenschutzmittel für Pferde als Spray oder Lotion. Produkte mit den Wirkstoffen Permethrin oder Icaridin wirken effektiv. Die Anwendung sollte regelmäßig wiederholt werden, besonders vor dem Weidegang. Produkte mit ätherischen Ölen (Zitronella, Eukalyptus) haben eine schwächere Wirkung.

Weidepflege

Zecken halten sich bevorzugt in hohem Gras, an Waldrändern und in feuchten Bereichen auf. Regelmäßiges Mähen der Weidezugänge reduziert die Zeckenbelastung erheblich. Schilder an Waldrändern können helfen, die gefährlichsten Bereiche zu meiden.

Tägliche Kontrolle

Die wichtigste Maßnahme ist die tägliche Abtastung nach dem Weidegang. Dabei systematisch alle Prädilektionsstellen (bevorzugte Sitzbereiche) absuchen. Eine Kopflampe kann bei der Suche im dichten Fell helfen. Denk daran: Zecken können bis zu 2 Stunden brauchen, bis sie sich festsaugen – je früher du sie findest, desto geringer die Infektionsgefahr.

Frühling: Warum jetzt die Zeckengefahr besonders hoch ist

Zecken werden bei Temperaturen ab 7–8°C aktiv. Im Frühling steigen die Temperaturen schnell, das feuchte Wetter begünstigt die Entwicklung der Zecken. Gleichzeitig kommt das Pferd nach dem Winter erstmals auf die neue Weide – wo noch viele überwinternde Zecken auf Wirtstiere warten. Der Höhepunkt der Zeckenaktivität liegt in Mitteleuropa zwischen April und Juni sowie September und Oktober. Lies auch unsere Artikel zu Hufrehe im Frühling und sicherem Anweiden im Frühjahr.

Häufige Fragen

Können Zecken beim Pferd gefährlich werden?
Ja. Die häufigste ernste Erkrankung durch Zecken beim Pferd ist die equine Anaplasmose, die Fieber, Steifheit und Lethargie verursacht. Unbehandelt kann sie schwer verlaufen. Bei rechtzeitiger Antibiotikabehandlung ist die Prognose gut.
Wie oft sollte ich mein Pferd auf Zecken kontrollieren?
Tägliche Kontrolle ist ideal, besonders von April bis Oktober. Nach dem Weidegang und nach Ausritten durch Waldgebiete oder hohes Gras immer direkt kontrollieren.
Kann ich Zeckenschutz-Spot-On vom Hund beim Pferd anwenden?
Nein. Produkte für Hunde (besonders solche mit Permethrinen in hoher Konzentration) können für Pferde toxisch sein. Nur zugelassene Pferdeprodukte verwenden.
Was mache ich, wenn nach einem Zeckenbiss mein Pferd Fieber bekommt?
Sofort den Tierarzt anrufen. Fieber nach Zeckenbiss kann auf Anaplasmose hinweisen. Ein Blutbild hilft bei der Diagnose. Frühzeitig behandeln.
Gibt es eine Zeckenimpfung für Pferde?
Nein, es gibt keine zugelassene Impfung gegen Zecken oder durch Zecken übertragene Krankheiten für Pferde. Schutz durch Repellents und tägliche Kontrolle.

Quellen & weiterführende Informationen

VETTY — Dein Tier-Assistent

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